Die kleinen Dinge des Lebens

gebrochener kleiner Zeh

Die kleinen Dinge des Lebens

oder

Warum ein gebrochener kleiner Zeh kein Unglück sein muss

 

Was machen eigentlich Food-Blogger? Sie schreiben über ausgefallene Lebensmittel, kochen komplizierte Rezepte nach und stellen davon Bilder ins Netz, die unseren Appetit so anregen, dass wir urplötzlich Lust auf Pizza beim Italiener bekommen.

Und was macht eine Foot-Bloggerin? Ja, du hast es erraten. Sie testet Fußprobleme.

Das könnte jetzt ein Witz sein, ist aber bitterer Ernst. Und doch könnte es schlimmer sein. Mein kleiner Zeh ist gebrochen.

Ist ja nicht so schlimm. Nur der kleine Zeh…

Den kleinen Zeh braucht der Mensch nicht mehr

Es gibt tatsächlich Wissenschaftler die behaupten, „dass sich der menschliche Körper im Laufe der Evolution so stark angepasst hat, dass einige Körperteile überflüssig geworden sind. Bis auf den großen Zeh, mit dem wir das Gleichgewicht halten, sind heute alle Zehen überflüssig. Die übrigen Zehen benutzten die Urväter nur, wenn sie sich festklammern wollten, so wie es Affen noch tun.“

Als Draufgängerin bin ich empört! Wie wichtig der Einsatz aller unserer Zehen ist, wurde mir beim Tanzen klar. Und nun merke ich bei jedem Schritt, dass auch unsere Minis eine Funktion haben. Ganz nebenbei endet am kleinen Zeh der Blasenmeridian. Grund genug, für den kleinen Zeh in die Bresche zu springen und auch ihn mit einem eigenen Artikel zu würdigen. Lies auch Dein großer Zeh. 

In Rita Fasels Buch über Fußdiagnose lese ich: Jeder Zeh ist ein Informant und gibt Auskunft über die unterschiedlichen Facetten des Lebens. Der kleine linke Zeh steht für Urvertrauen und Sexualität und sein Zwilling rechts thematisiert Angst und Respekt.

Es heißt ja immer, dass ein gebrochener Zeh mindestens sechs Wochen braucht, bis wieder heil ist. Auch wenn ich das nicht wahrhaben will: Es stimmt.

Es heißt auch, da kann man nicht viel machen.

Nichtviel-Liste:

  1. 6 Wochen Ruhe geben. (Wie soll das gehen?)
  2. Keine engen Schuhe tragen. (Versteht sich von selbst…)
  3. Kühlen. Gegen Schwellungen helfen Quarkwickel. (Hat mir diesmal nicht geholfen)
  4. Tapen. (Einen kleinen Zeh zu tapen ist eine Herausforderung.)
  5. Wenn es schlimmer ist, wird operiert.   🙁
  6. Ist auch der Nagel verletzt, muss er häufig entfernt werden. 🙁   🙁

Dein Arzt sieht auf dem Röntgenbild, wie es mit deinem Zeh bestellt ist. Bei einem gering oder nicht verschobenem Zehenbruch legt er einen Pflasterzügelverband an. Nennt sich Buddytaping. Dabei wird der Zeh am Nachbarzeh fixiert. Hier habe ich mir das zeigen lassen:

Wenn das Nagelbett verletzt ist, muss es ebenfalls behandelt werden, da es zu einer Deformation des Nagels und chronischer Infektion kommen kann. Ein verschobener Nagel muss entfernt und gegebenenfalls zugenäht oder entweder mit dem Originalnagel oder einem Kunstnagel geschient werden.

Wenn kein operativer Eingriff nötig ist, wird dir ein anderer Arzt vielleicht raten, viel barfuß zu gehen und den Zeh moderat zu bewegen. Nach ca. 3 Wochen in warmem Wasser (z.B. basisches Fußbad) mit sanften Greifbewegungen wieder sanft mobilisieren. So wird dein Zeh optimal mit Nährstoffen versorgt und Schlackenstoffe können abtransportiert werden. Eine gegensätzliche Meinung vertreten Ärzte, die einen Vorfußentlastungsschuh empfehlen, um den Zeh für zwei bis drei Wochen zu entlasten.

Was mein kleiner Patient besonders liebt ist Heilströmen: Dabei hältst du ihn so lange und zärtlich mit deinen Fingern, bis du ein Pulsieren spürst. Ansonsten werden Homöopathie, vor allem im akuten Zustand und Salben, z.B. mit Beinwell empfohlen.

Nun humple ich, um genau zu sein, sieben Wochen und drei Stunden und der kleine Bengel ist immer noch beleidigt und so geschwollen, dass ich in keinen anständigen Schuh passe. Das Universum sorgt für mich: Zwei Wochen vor meinem Malheur ist mein Sohn ausgezogen. Das heißt, er ist weg und hat so Kleinigkeiten mitgenommen, zum Beispiel den Bodenschrubber aber die meisten seiner großen Sachen hat er noch stehen lassen. Gnädigerweise auch seine Treckingschuhe, Größe 43. Die ziehe ich immer dann an, wenn ich es in meinen Turnschuhen nicht mehr aushalte… 😉 Ich erspare dir ein Bild davon.

Stein des Anstoßes oder Bettpfosten

Ich hab mir den Zeh nicht lehrbuchmäßig am Bettpfosten gebrochen, sondern passend an einem Kieselstein in der Isar. Bei 18 Grad Wassertemperatur war die Kühlung inklusive. Wie ich danach wieder in den Schuh kam, um nach Hause zu radeln ist mir heute schleierhaft.

Stein des Anstoßes bezeichnet ein Objekt oder ein Thema, das Auslöser eines Streites oder eines Ärgernisses ist. Geschichtlich gesehen wurde der „Stein des Anstoßes“, zum Fundament-Stein für ein neues Glaubensgebäude. Was mich betrifft, bin ich ein paar alte Glaubenssätze losgeworden und habe unglaublich viel gelernt.

 

Glückszeh

Als ich meinen pflaumenblauen Patienten versorgt habe, wurde mir klar: Aus der Bergtour am Wochenende wird nichts. Mit Tango auch nicht. Schöne Schuhe: Fehlanzeige. Und dennoch ist so einiges möglich. Fahrrad fahren, Pilates, Tanzen – barfuß natürlich, ein bisschen Yoga und damit erschöpft es sich schon.

Wenn ich schon aus dem Verkehr gezogen werde, dann richtig, dachte ich mir und fuhr für ein paar Tage auf ein wunderbares Retreat. Es ging um Weisheit. Vorher dachte ich, dafür hätte ich keine Zeit. Die Weisheitsgöttin Sophia hat wohl nachgeholfen.

Wann fühlst du dich Zuhause?

Vielleicht hatte die Göttin Sophia ihre Hand im Spiel, denn kaum war ich wieder daheim, mutierte ich zur Rumpelkammerverschönerin, Kruschentsorgerin, Aktenvernichterin und Platz-für-schöne-Dinge-Erschafferin.

Nachdem ich mich nun ein paar Jahre mit der Kunst, den eigenen Körper zu bewohnen beschäftigt habe, habe ich einige Parallelen zum Wohnen in den eigenen vier Wänden erkannt.

Mein kleiner Zeh hat mich dazu „gezwungen“, meine Wohnung mit anderen Augen zu betrachten. Dadurch, dass ich sehr viel mehr Zeit drinnen verbringe, habe ich viel ausgemistet und losgelassen. Ungeahnte Schätze ans Licht gebracht. Verändert, arrangiert, gefühlt, noch mehr losgelassen und vor allem: zugelassen. Ich habe erkannt, dass ich mir bisher die Erlaubnis, mir eine behagliche Höhle, ein kuscheliges Nest zu bauen verwehrt habe. Alles war zwar stets schön geordnet, übersichtlich und auf Funktion ausgerichtet, ich habe mich aber immer schwer getan, meine Wände, Decken und Böden zu beseelen.

ZUHAUSE – egal ob im eigenen Körper oder in den vier Wänden – fühle ich mich, wenn ich bei mir bin. Gesehen werde. Mich spüre. Raum ist für Weiblichkeit. Wenn ich „da“ bin.

 

Gut, dass du Food-Bloggern nichts nachkochen und mir als Foot-Bloggerin das Testen von Fußproblemen überlassen kannst. Wenn du dennoch mehr über dich erfahren möchtest, dann kannst du dir die Zehen „lesen“ lassen oder eine Feng Shui-Beraterin engagieren. Beide werden dir Ähnliches berichten.

Auf den Stöckel gebracht:

Louise Hay hat recht: Alle Einzelheiten ergeben sich von selbst. Und wenn es bei mir länger als sechs Wochen dauert, dann heißt das nur, dass ich noch so manches entdecken darf.

Alles Liebe

Birgit

Wie ist das bei dir? Wann fühlst du dich Zuhause? Im Körper, in deinen vier Wänden? Und: Wenn du dir schon mal den Zeh gebrochen hast, wie bist du damit umgegangen?

Ich bin gespannt auf deine Sicht. Schreib einen Kommentar

 

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