Schämen im Sommer

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Wofür wir uns schämen

 

Wir schämen uns vor dem anderen Geschlecht. Vor anderen Frauen, die immer alle schöner, jünger, interessanter sind. Und schlimmer noch: wir schämen uns vor uns selbst.

Wir schämen uns sogar – weil wir uns schämen – und nicht alles mitmachen wollen aber nicht als Spielverderberinnen dastehen wollen.

Wir schämen uns vor unserer Nacktheit oder wenn wir das überwunden haben, dann halt für unser Doppelkinn; die Altersflecken; Falten; graue Haare; Haare im Gesicht oder wegen unseres Geruchs.

Wir schämen uns für unsere Lust oder dafür, dass wir keine Lust empfinden. Wir schämen uns wenn wir ohne Arbeit sind und es ist uns peinlich über Geld zu sprechen.

Unser Erschöpftsein bringt uns in Verlegenheit und wenn wir zu diszipliniert sind, sind wir uncool.

„Nur Mutter“ zu sein ist uns ganz arg. Aber noch peinlicher ist uns, als Rabenmutter betitelt zu werden. Wir schämen uns, wenn uns Defizite an uns gewahr werden; wir nicht studiert haben und wir schämen uns, wenn wir wegen Überqualifikation keinen gescheiten Job bekommen.

Wir werden rot, wenn wir gelobt und genauso wenn wir getadelt werden.

Nicht fassbar, wofür wir uns alles schämen.

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Nicht ohne meine Füße

Selbstliebe vernachlässigte Körperteile

Warum du dich selbst limitierst, wenn du deine Füße nicht magst

 

Ich versuche mich zu erinnern, wann es war, als ich ganz tief in mir begriff, dass die Zeit der Mädchenjahre vorüber war. War es die Zeit, als ich beschloss vom Bauchtanz zu leben? Oder während des Studiums? Als ich im elterlichen Hotel die Nachtportiersschicht übernahm, nachdem ich mit gerade mal 18 Jahren, den Portier, der ausfallend und betrunken war, nach Hause geschickt habe? Wenn ich heute zurückdenke an die Ereignisse, die ich als Markierungspunkte in meinem Leben bezeichne, dämmert mir, warum ich mich auf meinem Weg ins Frausein einerseits so orientierungslos und unsicher, andererseits aufbegehrend und voll stiller Wut gefühlt habe.

Erst sind es Geschichten – dann Überzeugungen

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Einzigartig auf großem Fuß

 

große Füße

 

Steh zu deiner Einzigartigkeit

Wenn du große Füße hast, musst du dich klein machen. Wenn du unterschiedlich lange Füße hast, schäme dich! – Hallo?

Das ist in unseren Köpfen. Die Regenbogenpresse zeigt mit den Fingern drauf – unbarmherzig – unverhohlen. In Schuhgeschäften werden Frauen mit Schuhgröße über 40 mitleidig in den Keller geschickt, dorthin wo fantasielose Modelle in Extra-Large, ganz ohne Deko ausgestellt werden. XL geht dann bis Größe 43 – wenn nicht genau dieses Modell leider, leider schon weg ist.

Peinlich ist uns auch, wenn unsere Füße ungleich lang sind. Das ist schließlich nicht normal. Oder?

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Lässigkeit

Lässigkeit

Lässigkeit

Warum sie dich satt und glücklich macht

 

In meinen 20igern war die Zeit der lila Latzhosen und darunter „Mein-Bauch-gehört-mir!!!“

Ich trug tagsüber Jeans und Turnschuhe und abends war ich Bauchtänzerin.

Zehn Jahre später trug ich Businesskostümchen, Aktenköfferchen und hohe Hacken – und abends lag ich total erschöpft auf dem Sofa in Jeans und Socken.

Jetzt bin ich nicht mehr jung. Das heißt, biologisch schon, sonst würde ich nicht viermal die Woche in meine hohen Tangoschuhe schlüpfen und auf dem Parkett die Zeit vergessen. 😉

Aber weißt du was? Wenn ich mal gerade nicht tanze, schaue ich mich um. Und da gibt es Erstaunliches zu entdecken:

Zwei Welten

Die ganz jungen Frauen so um die 25, mit ihren Stilettos und supermini Röcken: bleiben meist sitzen. Sprich – sie werden nicht aufgefordert. Daneben sind die eher unscheinbaren Frauen. Manche würden sie als adrett bezeichnen. Und sie tanzen und tanzen… und gehen beseelt nach Hause.

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Lipödem

Lipödem Bild und Skulptur: Martina Gempp

 

Lipödem

Von Reiterhosen, Scham und Schuld

 

Jutta ist unsichtbar

Und doch schauen alle auf ihren Körper. Manche zeigen mit dem Finger auf ihre Beine. Denn sie sind unförmig. Wie Säulen – sagen manche. Unglaublich – andere. Jutta traut sich kaum mehr auf die Straße.

Wenn Jutta zum Arzt ging, war sie immer wie versteinert. „Nehmen Sie ab“ bekam sie zu hören. Und „Treiben Sie Sport – aber fangen Sie vorsichtig an, denn bei Ihrem Gewicht können Sie sich leicht übernehmen…“. Was ihr die Ärzte nie glauben wollten: Jutta hat unzählige Diäten ausprobiert. Und sie treibt Sport. Verbissen – dreimal die Woche – seit Jahren. Nur es nutzt nichts.

Jutta schämt sich, ihre Lebensqualität leidet. An Urlaub am Strand will sie gar nicht denken. Und ihre große Leidenschaft, das Tanzen hat sie schon vor Jahren an den Nagel gehängt. Mitleidige Blicke hat sie satt. Das Schlimmste ist: Sie gibt sich selbst die Schuld daran, dass ihre Beine und ihre Arme so unförmig sind.

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Hauptsache versichert!

Hauptsache versichert

Hauptsache versichert!?

Die alten Yogis definieren einen gesunden Menschen als jemanden, der sich fühlt, als sei er körperlos. Wir müssen dazu nur ins Büro gehen.

„Sind Sie körperlich tätig?“ Ist eine der Fragen, die gestellt werden, wenn du eine Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchtest.

26 Jahre lang habe ich im Versicherungsbusiness diese Fragen gestellt. Und im 27. Jahr mache ich mir ernsthaft Gedanken: Was bedeutet eigentlich – nicht körperlich tätig?

Nicht körperlich tätig sind
  • Aufsichtsführende, kaufmännische, leitende Personen oder halt
  • Alle, die nichts heben, schleppen, manuell bearbeiten müssen und auch sonst ihre Muckis nicht zum Einsatz bringen – in der Arbeit zumindest 😉

 

Körper bitte an der Garderobe abgeben

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Die Kunst, einen Tiger zu reiten

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Einen Tiger zu reiten ist ungefähr so anspruchsvoll, wie einen Kühlschrank zu putZEN.

Nur ergibt sich die Gelegenheit seltener

 

Außer: aber gemach, dazu kommen wir noch.

Nur mal eine Frage zwischendurch: „Bist du ganz bei dir, während du arbeitest?  Ich meine, spürst du dich, während du am Computer sitzt; Rechnungen schreibst; telefonierst…?“

Viele von uns sparen sich das Spüren und tiefere Empfinden für den Feierabend oder fürs Wochenende auf. Dann wird gejoggt, gefeiert, vielleicht haben wir Sex. Gehen in die Sauna oder ins Fitness-Center.

Ist es da besser? Sind wir dann bei uns? Oder hängen wir auch unseren Gedanken nach. Hören gleichzeitig Musik. Spüren wir uns dann mehr?

Urlaub ist das Zauberwort

Im Urlaub leben wir intensiv. Alles ist anders und bis in unsere Zellen saugen wir gierig Lebendigkeit auf. Lebendigkeit, die uns sonst abgeht. Noch Wochen danach sind wir genährt und erfüllt. Bis die Erinnerung verblasst und langsam die Vorfreude für das nächste Event aufkeimt.

Runde Geburtstage, Feiern, Karneval, leider auch Todesfälle oder Erkrankungen können uns ebenso ein wenig näher an das „Leben“ führen.

Und dann gibt es Momente im Leben,

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