Wenn deine Füße verschnupft sind

 

 

Naseweise Tipps für deine Füße

 

Das Universum meint es gut mit mir: Erst bekam ich eine Blasenentzündung und gleich anschließend einen grippalen Infekt – alles zu Forschungszwecken 😉

Fünf Wochen unfreiwillige Auszeit gaben mir genügend Zeit, etwas „auszubrüten“, vor allem aber bin ich mit der Nase auf völlig unvermutete Zusammenhänge gestoßen, die die Draufgängerin in mir wieder wachgerufen haben.

 

Wie sich eine Schniefnase auf deine Füße auswirkt

Der mächtige Baumstamm, dem letzten Sturm hat er nicht mehr trotzen können, war zu verlockend. Wie einladend er da lag, über den Wildbach gestreckt, breit genug für mich, um nicht Gefahr zu laufen, in den Matsch abzurutschen oder gar in den Bach zu fallen.

Ich kann nicht widerstehen, ihn als Brücke zu nutzen, nur zu gerne folge ich ausgefallenen Wegen, weil sie mich in andere Bereiche meines Lebens bringen als die üblichen. Auch jetzt, mit Schniefnase unterwegs, führten mich meine Füße auf neues Terrain, denn als ich drüben ankam war ich um ein gewaltiges Aha-Erlebnis reicher.

Während ich mich auf die herausfordernde Wackelpartie über den Baumstamm einließ, bemerkte ich, dass ich meine Lieben dort unten gar nicht deutlich wahrnehmen konnte. Meine Füße fühlten sich taub an, wie in Watte gepackt. Das hat mich stutzig gemacht und so bin ich einem neuen Zusammenhang auf die Spur gekommen:

Nachdem ich dir bereits über die Zusammenhänge zwischen Fuß und Ohr, oder Füße und Organe, berichtet habe, drängt sich nun unser Riechorgan auf.

Nase und Füße – Ein Schnupperkurs

Für unsere affenartigen Vorfahren war ein ausgeprägter Geruchssinn überlebenswichtig. Wenn sie Witterung aufnahmen, mussten sie ratzfatz auf den Baum, um nicht vom Säbelzahntiger erwischt zu werden. Auch beim Geruch von süßen Früchten galt dalli, dalli, sonst schnappt ein vorwitziger Kerl die Mahlzeit vor der Nase weg. Schnelligkeit und Sprungkraft waren in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit wichtig – zumindest bis zur Erfindung des modernen Büros.

Wenn wir heute einen Bus zu erwischen, oder eine Treppe hochlaufen wollen, dann fehlt uns etwas Entscheidendes: ein geruchlicher Anreiz. Wir fliehen nicht vor etwas, das einen bedrohlichen Geruch aussendet und eilen auch keinem verlockenden Duft entgegen. Warum auch, wirst du dich fragen. Schließlich ist das eine Errungenschaft des modernen Lebens, dass wir uns ohne Angst gemächlich bewegen können. Nur, und jetzt kommt’s: Bewegen wir uns zunehmend, ohne die Kraft aus unserer Mitte zu nutzen. Und die wird unter anderem über den Geruchssinn angetriggert. Teste das doch gleich mal, indem du schnuppernd Witterung aufnimmst und gleichzeitig beobachtest, was dabei mit deinem Beckenboden passiert. Du aktivierst ihn, wenn du geräuschvoll Luft durch die Nase einziehst.

Über die Faszien und die darin eingebetteten Nervenbahnen sind alle Körperteile miteinander verbunden. Wenn du dir das vor die Nase hältst, verstehst du auch die Auswirkungen.

Wenn du den Beckenboden aktivierst, wird gleichzeitig das Fußgewölbe hochgezogen und kann wie ein Trampolin schwingen. Und das ist Voraussetzung, dass du ohne Fußschmerzen Joggen kannst.

  • Tipp: Lerne deinen Beckenboden zu aktivieren, z.B. durch Schnuppern, und nutze bewusst die Kraft aus der Mitte.

Üble Gerüche fördern Plattfüße

Ausdünstungen steuern durch bestimmte Botenstoffe unseren Sexualtrieb oder machen uns kampfbereit (denke nur an Wutschnauben). All dies läuft ohne Beteiligung unseres Denkorgans ab, um die Reaktionszeit minimal zu halten. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dir den Einfluss von Düften aller Art nicht bewusst machen kannst.

Gerüche können uns auch zu schaffen machen. Denke nur an einen muffelnden, alten Spüllappen. Wer damit putzt, tut sich nichts Gutes: Wir halten die Luft an, der Beckenboden verkrampft, die Fußgewölbe schwingen nicht. Und weil du ohne Kraft aus der Mitte arbeitest, wirst du das dann auch im Rücken spüren.

Deshalb ist Schweißgeruch beim Krafttraining im Fitnessstudio auch für die Füße eine Herausforderung. Lies auch Schweißfüße – Vor Scham im Boden versinken. Und wenn beim einen oder anderen Tanzpartner zu fortgeschrittener Stunde das Deo versagt, vertanze ich mich schon mal 😉

  • Tipp: Benutze regelmäßig frische Kräuter und freue dich an exotischen Gewürzen. Bewahre sie gut verschlossen auf, damit sie ihr Aroma bewahren. Lade beim Schnuppern deinen Beckenboden mit ein.

 

Verschnupfte Füße

Freie Nase – wache Sinne. Wenn du erkältet bist oder unter Heuschnupfen leidest, wirst du geneigt sein, mit der ganzen Sohle platt aufzutreten. Wenn wir die Nase voll haben, bewegen wir uns eher schlurfend und tapsig. Deinem Beckenboden fehlen die Anreize über die Nase.

  • Tipp: Bei verstopfter Nase, auch bei Allergien wird eine Nasendusche empfohlen, auch um Allergene und Pollen zu entfernen. Nasensprays jedoch sollten vermieden werden, da sie die Nasenschleimhaut u.U. auf Dauer schädigen können.

Kannst du frei atmen und dich an Düften erfreuen, sind auch deine Füße und vor allem die Zehen lebendiger und wärmer. Das hat den sehr willkommenen Nebeneffekt, dass du über die Reflexzonen wiederum deinen ganzen Körper vitalisierst. Voraussetzung dafür ist, dass du ein natürliches Verhältnis zu deinen Füßen pflegst und sie nicht achtlos den ganzen Tag über in unpassendes Schuhwerk sperrst.

Im Fußletter erfährst du, wie du eine liebevolle Verbindung zu deinen Füßen erhältst. Trag dich ein.

 

Häufiges Niesen und Husten schädigt den Beckenboden, bis dahin, dass wir anfangen zu tröpfeln. Bei Inkontinenz ist ein Wissen über die Zusammenhänge im Körper sehr hilfreich.

  • Tipp bei Blasenschwäche: Wenn du Husten oder Niesen musst, spüre deine Füße fest im Boden und drehe deinen Oberkörper deutlich, so als möchtest du etwas hinter dir erkennen. Durch diese Verwindung spannst du deine Faszien und deinen Beckenboden deutlich spürbar an.

 

Blasenentzündung – kalte Füße

Eine weitere Erkenntnis über den Zusammenhang von Kopf bis Fuß hatte ich im Wartezimmer meiner Urologin. Da nämlich wurde mir klar, dass ich kalte Füße habe, wenn meine Blase beleidigt ist und nicht umgekehrt. Ich hatte das Bild, dass alle Energie im Beckenbereich gebraucht wird und deshalb die Füße nicht versorgt werden. Deshalb ist es gerade dann wichtig, auch dort für Wärme zu sorgen.

Aus Australien kommt meine nächste und letzte naseweise Empfehlung: 

  • Tipp bei Blasenentzüdung: Bereite dir eine Eukalyptus-Kompresse. Das ätherische Öl des Eukalyptus bekämpft Bakterien und hat eine stark antiseptische Wirkung.

 

Fazit:

Manchmal liegen die einfachsten Lösungen direkt vor unserer Nase. Was so simpel ist, dem misstrauen wir. Deshalb lass dir nichts auf die Nase binden, probiere es selbst aus. Wenn du gerade keinen Schnupfen hast, halte dir versuchsweise die Nase zu und beobachte dich, während du gehst.

Liebe Grüße an die Füße

Birgit

 

Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile deine Aha-Erlebnisse mit uns. Ich freue mich darauf 🙂

 

7 thoughts on “Wenn deine Füße verschnupft sind

  1. Beim Lesen fiel mir ein – leider weiß ich die Quelle nicht mehr- dass Indianerinnen, die plötzlich Schuhe tragen sollten, das Gefühl hatten, sie liefen mit verbundenen Augen.
    Spannend, was Füße alles ermitteln könnten, wenn wir sie ließen…

    Gute Gesundheit!

    • Birgit

      Oh ja, liebe Elke. Jetzt erinnere ich mich an ein Erlebnis: In einem Kurs bekamen wir die Aufgabe, mit verbundenen Augen aber dafür mit nackten Füßen, Farben zu erkennen. Das war ein erstaunliches Erlebnis. Danke, dass du mich daran erinnerst 🙂
      Alles Liebe – Birgit

  2. Liebe Birgit, da hast Du wieder einen interessanten Aspekt aufgedeckt. Meine Füße fristen schon eher ein unbeachtetes Dasein *hüstel*… und ich hatte lange beim Barfußlaufen gar keinen guten Kontakt und auch kein gutes Gefühl beim Laufen. Dafür ist mein Geruchssinn jedoch sehr ausgeprägt, und zwar in positiver als auch negativer Hinsicht. Ich reagiere auf Zigarettengeruch äußerst emotional und habe damit wohl eine ähnliche Reaktion wie mit dem Spüllappen – ich verkrampfe total. Seit einigen Monaten gönne ich meiner Nase allerdings Wohlgerüche in Form von ätherischen Ölen. Da habe ich den wunderbaren Effekt, ganz automatisch tief durchzuatmen, was mich ganz schnell wieder in meine Mitte bringt – und den Füßen den Bodenkontakt? Überhaupt bin ich emotional stabiler, seit ich sie verwende. Für die Füße sind die Öle auch sehr, sehr gut geeignet, da wir über die Füße ja Kontakt zum ganzen Körper haben. Also werde ich gleich nachher meinen Füßen eine Ölmassage gönnen. Danke für den Artikel, Du hast mich daran erinnert, achtsamer auf meine Füße zu schauen.

    • Birgit

      Liebe Sophie, das nennt man Synchronizität, wenn Dinge agrad dann passieren, um uns staunen zu lassen. Du schreibst über Zigarettengeruch und eine Stunde später beschenkt mich das Universum damit, mit einer Kettenraucherin in Kontakt zu kommen und hautnah zu spüren, was der Geruch in mir auslöst.
      Aber auch das andere Extrem war im Raum: Eine Duftlampe verströmte Neroli, anregend und besänftigend zugleich. Und zum Abschluss der Stunde, halte dich fest: bekamen wir alle ein kleines Duftgeschenk aus Indien. Patschuli wollte zu mir in Form eines hübschen kleinen Döschens.
      Das Universum hält mir gerade so einiges vor die Nase. 🙂
      Vielen Dank für deinen bereichernden Kommentar und duftige Grüße – Birgit

      • Das ist ja wirklich genial 🙂 Und schön, dass Du diese Begegnung als Geschenk sehen kannst. In allen meinen Lieblingsölen ist Patschuli. Und ich habe es noch nie „pur“ gerochen – das muss ich mir unbedingt mal besorgen.

        Herzensgrüße, Sophie

  3. Daniela Hammer Sexologin

    Wieder mal sehr interessant, liebe Birgit!
    Zur Nase kann ich noch beitragen, dass wir bei einer flüchtigen Begrüssung, einem Küsschen auf die Wange, in Sekundenschnelle abchecken, ob der Geküsste zu unserem Genpool passt oder nicht. Kurz: nach einem Küsschen Küsschen Moment wissen wir, ob wir jemanden riechen können und folglich sympathisch finden oder nicht.

    • Birgit

      Danke für diesen interessanten Aspekt, liebe Daniela. Da kommt mir auch gleich der Tango in den Sinn, da tanzen wir meist Wange an Wange. Das erklärt auch, warum wir Lieblingstanzpartner haben, mit denen wir immer wieder gerne tanzen. Und nun muss ich Schmunzeln: Gestern wurde ich nach einem Tanz per Handkuss verabschiedet. Ob das dann auch funktioniert?
      Alles Liebe und danke für deinen Kommentar.

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