Angst oder Liebe

Angst oder Liebe

Angst oder Liebe

Wie du mehr Freude in dein Handeln bringst

 

Manche Dinge machst du, weil sie von dir verlangt werden. Dann fügst du dich, mehr oder weniger willig. Grrr.

Manches machst du, weil du meinst, dass du es machen solltest. Dazu gehört der regelmäßige Besuch bei der Zahnärztin oder Fußpflegerin. Wenn du das abgehakt hast, fühlst du dich meist besser und das Thema hat sich fürs erste wieder erledigt. Yesss

Und manche Dinge sollest du dein ganzes Leben machen. Körperhygiene ist nicht verhandelbar. E-Mails oder Briefe beantworten schon eher. Gesunde Sachen einkaufen und kochen schaffst du vielleicht nicht immer. Pfff

Du stöhnst: Ich habe keinen Platz mehr für „Sollte“. Und dennoch drängen sich mehr und mehr „Sollte“ auf die Warteliste. Was passiert? Du machst eher weniger und fühlst dich irgendwie mies.

Frau ist schlau, denkst du dir und versuchst es mit Multitasking. Nur um irgendwann erstaunt festzustellen: wo ist denn meine Weiblichkeit geblieben???

Wenn „Sollte“ nicht funktioniert und „müssen“ derart unlustig ist, dass du jede Gelegenheit ergreifst, dich zu entziehen, tja – dann ist es an der Zeit andere Saiten aufzuziehen, wenn du dich nicht von einem schlechten Gewissen runterziehen lassen willst.

All dieses Müssen und Sollen entspringt einer dunklen Kiste. Auf der Kiste steht:

Mangel, Schuld, Schwere, Angst und Unlust

Und Allem, was wir dieser Kiste entnehmen, haftet dieses Etikett an.

Und deshalb zieht sich die Steuererklärung so in die Länge. Und der Besuch bei der Verwandtschaft ist unlustig und das neue Computerprogramm ist schwer.

Stopp! Bevor du nun in die Trance der Schwere fällst, will ich dir die frohe Botschaft verkünden:

 

Du hast auch eine Schatztruhe in dir. Und auf dieser Truhe steht:

Leidenschaft, Lust, Liebe, Weite, Fülle und JA

Du hast also eine olle Kiste rumstehen, an der du dir so manchen blauen Fleck zugezogen hast, und ganz versteckt eine Schatztruhe. Hast du sie schon entdeckt?

Und weil immer alles sofort erledigt werden muss und du mit einem Zettel auf deiner Stirn durchs Leben läufst, auf dem „keine Zeit“ prangt, langst du aus Gewohnheit in die unlustige Kiste und bleibst in deinem Hamsterrad stecken.

Dazu möchte ich dir eine kleine Geschichte schenken:

Ich war auf einem Seminar über die Göttin Lakhsmi. Sie symbolisiert die Fülle und die gelebte Weiblichkeit. Der Tag war anstrengend, und ich schlafe wie eine Murmelfrau. Plötzlich wache ich von einer Stimme direkt neben mir auf. Ich liege im Bett und höre, wie mir eine Männerstimme ins Ohr flüstert: „You mustn’t say, you have no ZEIT“.

Ich war schlagartig wach, rieb mir die Augen, sah mich um, und mein Gesichtsausdruck war ein einziges Fragezeichen.

Es war 5 Uhr in der Früh. Ich hab mich angezogen und bin im Mondschein in den Wald gegangen. Immer sinnierend, was das jetzt war. Warum eine Männerstimme? Warum englisch und dann das deutsche ZEIT? Ich sah dann das Wort „Zeit“ vor mir. Es war fest, eckig und bestimmend. Und viele „Zeiten“ fügten sich Kante an Kante nahtlos aneinander. Ohne Lücke dazwischen.

Dann nahm ich mir das Wort „time“ vor. Das dagegen war eher weich und oval und fühlte sich eher an wie ein Angebot. Und mehrere ovale „times“ aneinander gereiht, ließen immer genügend Zwischenräume.

Und diese Zwischenräume findest du, wenn du in die richtige Truhe greifst, bevor du eine Aufgabe, ein Projekt angehen willst.

Wir sind, vor allem in Deutschland, bei allem immer sehr schnell. Da ist keine Zeit, das zu genießen, womit wir uns gerade beschäftigen. Wie geht es dir damit? Mit dem Etikett „Keine Zeit“, schützen wir uns auch. Versuchen manchmal unser Selbstwertgefühl hoch zu halten: Schau, ich bin so beschäftigt, also muss ich etwas wert sein.

Ich will dir noch erzählen, wer die männliche Stimme war:

An Nachmittag durften wir die Göttin Lakhsmi visualisieren. Uns ein Bild von ihr machen und ihr Fragen stellen. Ich war einigermaßen erstaunt darüber, wie meine Lakhsmi aussah: Vor mir lag eine üppige, schwere, unglaublich weibliche schwarze, nackte ältere Frau. Genüsslich ausgestreckt auf der Seite liegend. Ihren Kopf auf die Hand gestützt, sah sie mich direkt an und sprach mit der tiefen Soulstimme einer Bluessängerin: „Did you get it?“

Ja. Ich hab es verstanden: Wenn ich etwas beginne, dann nehme ich mir „time“ und greife erst mal in die Truhe. Von vornherein nehme ich einen anderen Blickwinkel ein, statt sofort loszulegen, um schnell fertig zu werden. Egal, ob es sich um Übungen handelt, Kochen, E-Mails, berufliche Projekte, Körperpflege… Ich entscheide über meine Motivation. Und für die Steuererklärung suche ich mir jemanden, dem das Spaß macht.

Deshalb habe ich dir auf meiner Starte-hier-Seite empfohlen, „fang nicht gleich an“. Wenn du Fußschmerzen hast. Mache nicht wieder ein Pflichtprogramm daraus, dich jetzt auch noch darum zu kümmern. Das gilt natürlich für alle körperlichen Probleme.

Überlege dir stattdessen, wie du deine Herausforderung mit Lust, Leidenschaft und Liebe angehen könntest. Lass dich ein. Fühl dich ein. Genieße.

Lass auch deine Freundinnen daran teilhaben. Mache sie auf die Draufgängerin aufmerksam.

Auf den Stöckel gebracht:

Letztendlich gibt es nur zwei Motivationen: Angst oder Liebe.

Welche wählst DU?

Alles Liebe – und komm in deine weibliche Kraft – barfuß oder auf hohen Hacken

Birgit

 

 

 

 

 

8 Kommentare zu “Angst oder Liebe

  1. Elke

    Liebe Birgit,

    ich freue mich jede Woche auf einen neuen Blog von dir und gehe damit immer mehr von meinem kopflastigen Denken in mein emotionales Denken. Dafür danke ich dir.
    Ich wünsche dir weiterhin viele Ideen beim Bloggen.
    Elke

    • Birgit

      Liebe Elke,
      dein Kommentar freut mich. Genau dazu möchte ich hier gerne beitragen. Mehr ins Spüren zu kommen und damit präsenter zu sein.
      Alles Liebe für dich
      Birgit

    • Birgit

      Liebe Glykeria,
      wenn ich mich nicht täusche, warst du sogar im selben Seminar:-)
      Ich freue mich über deinen Kommentar. Du bist nicht die einzige, die in die falsche Kiste greift.
      Alles Liebe
      Birgit

  2. Was für ein Erlebnis liebe Birgit,

    so eine Begegnung bleibt haften 😉 Und der Unterschied Time – Zeit ist tatsächlich sehr groß. Das war mir auch nicht bewusst.

    Dankeschön. Da hab ich doch plötzlich einen Gedanken im Kopf: It`s time for leisure and no pressur 😉

    Herzliche Grüße
    Barbara

    • Birgit

      Liebe Barbara,
      ja, das sind in der Tat sehr wertvolle Geschenke, die ich da manchmal bekomme. Gestern zum Beispiel: Ich habe mich mal wieder ertappt, dass ich in die falsche Kiste gegriffen habe. Mir war alles zu viel und ich war versucht, gestresst zu sein. Deshalb ein kurzes „Telefonat“ nach oben. Die Antwort kam postwendend: „ICH bin immer da für dich, aber wo bist DU?“ Das hat wieder gesessen, denn ich war nicht präsent, nicht in mir. Nicht wirklich da. Dann klappt es natürlich auch nicht mit der Anbindung.
      Liebe Grüße
      Birgit

  3. Liebe Draufgängerin,
    das hast du mal wieder so auf den Punkt gebracht, dass ich heute Abend meine Time-Kiste aufgemacht habe und mit Begeisterung ein Fotobuch für das Klassentreffen zusammenstelle anstatt mails zu beantworten. Ich danke Dir!

    • Birgit

      Liebe Ingrid,
      das freut mich. Ich finde es klasse, dass du dir Zeit für dich nimmst. Eine chinesische Ärztin hat mir heute gesagt, dass ein Auto auch nur dann fährt, wenn wir ihm Benzin geben. Manchmal schieben wir unsere Autos und wundern uns, warum das so beschwerlich ist.
      Liebe Grüße
      Birgit

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