Dein großer Zeh

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Eine Hommage an den großen Zeh

 

Den Boden küssen?

Argentinische Tangolehrerinnen haben oft eine blumige Sprache. Wir deutschen Tangofrauen sollen den Boden küssen. Mit dem großen Zeh – wohlgemerkt. Dann erst haben unsere Verzierungen das gewisse Extra und wir sind Tangueras…

Um ehrlich zu sein: über meine großen Zehen habe ich mir früher nie Gedanken gemacht. Mehr als einen Klecks Nagellack waren sie mir nicht wert. Dass ich damit einen Teil von mir nicht angenommen habe, ist mir heute erst klar. Schade, denn ich habe damit

 

Energie verschenkt

Dabei „ist der große Zeh der Boss“ lernte ich im High Heel Training. Ohne ein gutes Gefühl für den „großen Onkel“ sieht unser Gang auf hohen Hacken unbeholfen aus, um es mal so zu sagen.

Und in der Fußschule wurde mir bewusst: bisher habe ich einiges an Energie beim Gehen verschenkt. Dieser letzte kleine Stupser, den mir der große Zeh am Ende des Abrollens schenkt, ist einfach köstlich 

Und all die anderen famosen Fähigkeiten, wie da sind: Hüpfen, Springen, Pirouetten drehen, blitzschnell Ausweichen verdanken wir dem häufig so vernachlässigten großen Zeh.

 

Bist du Ägypterin?

Bei 44% aller Deutschen ist der gr0ße Zeh der längste, dann spricht man von der ägyptischen Fußform. Griechin bist du, wenn dein zweiter Zeh länger ist. Wenn die ersten beiden Zehen etwas gleich lang sind, kannst du dir Römersandalen zulegen.

 

Schluss mit Erdrücken und Verbiegen

Er ist nicht nur der Boss, sondern steht für Leistung. Nur stecken unsere Füße allzu oft in zu kleinen Schuhen. Stell dir vor! Jedes zweite Kind trägt in Deutschland zu kleine Schuhe.  Wie soll frau sich da entfalten? Zu ihrer Größe finden? Durch vorne spitz zulaufende Schuhe mussten wir uns verbiegen. Hallux valgus nennt das der Orthopäde. Du kannst es auch anders beschreiben: Eine Frau, die lernen darf, geradlinig ihren Weg zu gehen.
Die falsche Art, sich zu wehren, ist sich eine dicke Haut (Hornhaut nein Danke) zuzulegen.

Es lohnt sich also, dein Augenmerk nach unten zu richten, denn deine großen Zehen geben Auskunft darüber:

Wie du Autoritäten gegenüber trittst oder stehst

Achte deshalb auf Druckstellen. Lass dich nicht von zu engen Schuhen quälen. Schenke den Verkäuferinnen kein Gehör für ihr: „Der Schuh gibt beim Tragen noch nach“ – Lach! Da sind wir alle schon darauf reingefallen. Du auch?

Ein vernachlässigtes Schatzkästchen

Im Qi Gong wurde ich hellhörig, als es wieder mal um Meridiane ging. Meridiane sind Energieleitbahnen, die deinen Körper durchziehen. Der Milz– und auch der Leber-Meridian beginnen, bzw. enden an den großen Zehen. Probleme hier wirken sich auch weiter oben aus.

Aus der Fußreflexzonentherapie weiß ich: Das erste Glied des großen Zehs entspricht dem Kopf. Kiefer, Schläfen, Schädel, Gehirn – alles da auf kleinstem Raum. Direkt darunter – Überraschung: der Hals. Der Großzehballen entspricht dem Nackenbereich. Über die Faszien wirkt sich eine Mobilisierung im gesamten Körper aus.

Falls du deine Zehen nicht erreichen kannst oder eine Berührung schmerzhaft ist, kannst du auch deinen Daumen behandeln. Die lateinische Bezeichnung der Zehen ist Digitus pedis und bedeutet „Finger des Fußes“. Der Daumen ist das Schwesterglied des großen Onkels und kann konsensuell, also mitfühlend behandelt werden.

 

Erst mal den großen Zeh ins Wasser…

Propriorezeptoren sind Sinneszellen, die sich in extremer Dichte auf deiner gesamten Fußsohle und vor allem auf der Unterseite deiner großen Zehen befinden. Über sie nimmst du dich selbst, deine Bewegung und die Lage oder Stellung im Raum wahr. (Mach mal einen Test im Dunklen)

Mit deinen Füßen und vor allem mit deinen großen Zehen triffst du Entscheidungen. Temperatur, Untergrund aber auch das Energiefeld wird – schneller als du es mit deinem Verstand könntest – geprüft.

 

Outstanding oder Zurückhaltend?

Ob du zaghaft bist und immer nur den „Zeh ins Wasser“ steckst oder mit beiden Füßen auf dem Boden stehst, kann frau an den Füßen erkennen.

Spannend ist die Kunst des Zehenlesens: Aufschluss gibt der „Kummerzeh“, links und das Gegenüber ist der der „Freudenzeh“. Darüber mache ich mich noch schlau und schreibe bestimmt mal mehr darüber. Es ist schon einleuchtend, dass ganz unterschiedliche Zehenformen sich auch im Charakter widerspiegeln.

Der große Zeh symbolisiert den gesamten Körper. Reiht er sich harmonisch in den gesamten Zehenbogen ein, so gilt ein Mensch als ausgeglichen und harmonisch. Bei zurückhaltenden Menschen ist der große Zeh zurückgenommen und ein deutlich vorragender großer Zeh gehört zu denjenigen Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes herausragend sind.

In irgendwelchen Foren kannst du lesen: „Ist ihr großer Onkel lang, liebt sie es lustvoll. Kleine große Zehen beim Mann enttarnen den Charmeur. Sie dagegen ist verschwiegen und wird nicht verraten, wie sie es gerne hätte…“ Och Nee… Das lass ich jetzt einfach mal so stehen.

 

Über den großen Onkel stolpern

Manche Frauen drehen beim Gehen die Füße nach innen. So einen Innenrotationsgang kannst du in einer Fußschule gut korrigieren. Bis dahin kannst du dir aber überlegen, über welchen Zeh du stolperst. Ist es der linke große Zeh, stolperst du über deine aktuellen Themen und rechts steht für deine Vergangenheit.

 

Vom Kopf bis zu den Zehenspitzen

Zum Abschluss möchte ich dir wieder eine kleinen aber wirksamen Kniff schenken:

An den Unterseiten beider Zehen befinden sich Energiepunkte für Wandlung und Entwicklung. Sie stehen in direkter Verbindung mit deinem Scheitelpunkt. Wenn du zu viel im Kopf hast, grübelst oder wieder klar denken willst, dann massiere und drücke diese Punkte. Zum Abschluss halte deine Zehen liebevoll mit deinen Händen.

Fazit:

Schietegal, wie dein großer Zeh aussieht. Spiel mit ihm in deiner eigenen Liga. Zuwendung und Eigenliebe lohnen sich und wirken sich auf deine gesamte Persönlichkeit aus.

Was meinst du? Schreibe einen Kommentar

 

Liebe Grüße

Birgit

 

16 Kommentare zu “Dein großer Zeh

  1. Renate

    Liebe Birgit
    Ich bin leidenschaftliche Tangotänzerin und Schmerzen in meinem rechten Fuß machen mir zurzeit zu schaffen; so sehr, dass ich in letzter Zeit nicht laufen, auch nicht tanzen gehen wollte und oft nur dasaß.
    Nun schickten sie mich auf Suche nach Antworten, Hilfe und nach (Er)lösung.
    Zum ersten Mal las ich über (m)einen Kummer- / bzw. Freudenzeh.
    Wo ich mich in meinem Leben verbog, wo meine Freue wich.
    Ich erfuhr, warum ich Hornhaut bekam, wie ich sie loswerde…
    all diese Zusammenhänge sind sehr wertvoll!
    Ich danke dir so sehr für deinen Fuß-Blog.

    • Birgit

      Liebe Renate,
      wie schön, dass du die leisen Botschaften deiner Füße hörst und vernimmst. Bestimmt hast du schon mein Tango-Buch für die Füße entdeckt, das ich dir ans Herz legen möchte. Hier noch ein Tipp: Ich möchte dich einladen, deine Haltung zu ändern. Von der Frau, die Fußschmerzen „hat“ hin zu der Frau, die sich für glückliche und kraftvolle Füße interessiert. Allein dieser kleine Schwenk im Denken bewirkt vieles. Dazu bald ein eigener Blogartikel.
      Liebe Grüße an die Füße – Birgit

  2. Was für ein großartiger Blogartikel! Gibt es Zufälle, nein! Mir ist heute Morgen ein großes Beauty Case auf den rechten großen Zeh gefallen und hat meine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Da ich zuhause immer Barfuß laufe hat es ihn und mich ohne Puffer getroffen. Wir haben dann beide einige Tränen verdrückt und uns erst einmal einander zugewandt. Dann durfte ich Deinen Blogartikel finden und wir haben uns vorgenommen netter zueinander zu sein, mein großer Zeh und ich. Denn anderen nehmen wir mit ins Boot, auch wenn er sich erst einmal an unserer Annäherung nicht beteiligt hat.
    Alles Liebe
    Annette

    • Birgit

      Liebe Annette,
      das erinnert mich daran, dass ich mir neulich eine kleine Gehirnerschütterung geholt habe. Geistesgegenwärtig habe ich mich gefragt, „Was bringt mir das?“ Und es hat mich vor größerem Übel, über das ich mich hier nicht ausbreiten will, verwahrt. Außerdem musste ich weinen. Ich sag das hier, weil ich mir Weinen bisher immer verkniffen habe. Ich bin eine starke Frau – du verstehst… Und dies führte dazu, dass ich getröstet wurde. Und diesen Trost bereit war zu empfangen. Nun muss ich seufzen, denn auch dies habe ich mir bislang versagt. So haben wir beide Ähnliches erlebt und gesehen, dass es wesentlich entspannter ist, sich für den Raum der Möglichkeiten, statt für das Drama zu entscheiden.
      Ich wünsche dir viel Freude und Lebendigkeit, beim Nett-sein zu dir selbst. Alles Liebe – Birgit

  3. Moe

    Liebe Birgit,
    vielen Dank für diesen Artikel, die Schreibweise und die Anregungen.
    Ich würde mich sehr freuen über „Kummerzeh“ und „Freudenzeh“ mehr zu lesen.
    Die Warnung auf der Startseite ist berechtigt. 🙂
    Liebe Grüße
    Moe

    • Birgit

      Über Kummerzeh und Freudezeh willst du mehr wissen, liebe(r) Moe? Sehr gerne.
      Ist auch ganz einfach. Allen Kummer, den wir nicht wahrhaben wollen und wegdrücken, stecken wir irgendwo hin. Wohin? Ins Bindegewebe. Und da unser Körper wie eine Landschaft gesehen werden kann, gibt es dazu auch (vereinzelt) Landkarten. Und so kann man/frau, wenn man sich aus den – wie Fliegenleim klebrigen Gemütszuständen gelöst hat – mal neugierig nachkucken, wie es so um uns bestellt ist. Auskunft darüber, wo wir unser Potential noch längst nicht ausgeschöpft haben, geben uns z.B. die Zehen. Oder die Zähne. Manche lesen es im Gesicht. Eigentlich ist jeder Teil unseres wundervollen Körpers wie ein Hollogramm zu sehen: Selbst im kleinsten Teil des Ganzen ist das Ganze abgebildet.
      So richtig spannend wird es erst, wenn wir auch beim Freudezeh sehen, dass auch dort noch Potential zu heben ist.
      Wie? Auch das ist ganz einfach, indem wir uns gewahr werden über das, was gerade abläuft. Indem wir in der Freude sind (keine Bange, die stellt sich von alleine ein, wenn wir nicht Gefühlen aufsitzen, sondern nur achtsam genießen, was uns da für großes Kino geboten wird.)
      Viel Freude dabei und Grüße an die Füße – Birgit

  4. Christiane

    Danke für diese herrliche Ausführung über den großen Zeh! Ich lauf immer mit dem linken Zeh an Gegenstände dran … Jetzt weiß ich, dass ich mich mit meinen aktuellen Themen auseinandersetzen darf! Dann hört das vielleicht bald wieder auf

    • Birgit

      Liebe Christiane,
      das ist in der Tat spannend. Ich liebe es, spielerisch auf solche körperlichen Herausforderungen einzugehen. „Normal“ ist, dass wir jammern, vielleicht sogar fluchen, wenn’s ganz arg weh tut, den Zeh versorgen und zur Tagesordnung übergehen. Wir können aber auch ein neues Normal kreieren, indem wir uns fragen, was uns das nun sagen soll? Der große Zeh steht für Fortschritt und bei vielen Frauen weicht er aus, indem er sich ganz langsam in Richtung kleinem Zeh ausrichtet und zum Hallux valgus verformt. Immer wieder an Gegenstände zu stoßen, bremst auf schmerzlich akute Weise aus. Muss nichts bedeuten kann aber. Und wenn wir auf unsere Fragen Antworten bekommen, sind wir ein gutes Stück weiter. Vor allem aber lasse wir uns damit von einem Malheur nicht den Tag verderben.
      Liebe Grüße und Zehenglück – Birgit

    • Birgit

      Liebe Barfüßler 🙂
      ihr könnt meinen Artikel gerne verlinken. Als Draufgängerin und Großstadtschamanin will ich jedoch die ganze Bandbreite aufzeigen. Mir geht es darum, uns ganz zu spüren, egal ob barfuß oder in hohen Hacken.
      Liebe Fußgrüße – Birgit

  5. Betty

    Nachdem mir vor 10 Jahren der rechte große Zeh durch einen Unfall am vordersten Zehenglued zerschmettert wurde, erfuhr ich wie wesentlich ein großer Zeh ist.
    Meinen Nagel konnte ich nicht retten,sodass ich im regelmäßigen Abständen ihn abschleifen muss. Der Zeh hat sich nun verlängert und ich trage stets größere Schuhe.
    Wesentlich zu meiner Genesung hat eine Fussmassage namens Metamorphose beigetragen. Dabei meditiere ich heute noch täglich 10 Minuten mit meinen Zehen (Vorstellung: kleine Lichtstrahlen aus den einzelnen Zehen senden und im Raum schwenken) und habe keinerlei Beschwerden mehr trotz Nervenschädigung.
    Vielen Dank für diesen Text über den grossen Zeh,der auch als „Sitz des Lebens“angesehen wird. Ich bin dankbar über jeden Gedanken und Aspekt dazu,denn die Schulmedizin konnte mir damals trotz Microchirurgie nicht helfen.
    🙂
    Betty

    • Birgit

      Liebe Betty, wie beeinträchtigt frau sein kann, kann ich nun nachvollziehen, nachdem ich mir meinen kleinen Zeh gebrochen habe. Seitdem fordern meine Füße noch mehr Aufmerksamkeit ein, die ich ihnen aber gerne angedeihen lasse. Danke für deine Anregung. Die Idee, Strahlen aus den Zehen zu senden, ist mir schon mehrfach begegnet, damit haben wir eine exzellente Möglichkeit, unseren Zehen eine Information über die gewünschte Ausrichtung zu vermitteln und den Energiefluss anzuregen.
      Alles Liebe – Birgit

    • Birgit

      Ich liebe euch! Ihr seid wunderbare Frauen. Vielen Dank. Kommentare machen schön – und zwar 1. die, die sie verfassen, 2. die, an die sie gerichtet sind und 3. die, die sie lesen.
      Liebe Grüße zurück
      Birgit

  6. Liebe Birgit,
    es gibt – wie immer – keinen Teil von uns, der nichts mit uns zu tun hat. Nicht nur für das Verhältnis von Universum, Erde, Mensch und so weiter, sondern auch innerhalb von uns selbst gilt: Mikrokosmos ist gleich Makrokosmos. Das Ganze spiegelt sich im Teil und das Teil trägt zum Ganzen bei. Deine Betrachtungen und Anregungen sind immer wieder inspirierend. Obwohl ich nicht ganz unbewusst lebe – also zumindest halbwegs wach bin – fehlt mir doch die Zeit, mich den vielen bezaubernden Einzel-Teilen von mir zu widmen. Also mache ich ab und zu wenigstens mal was für´s Ganze. Und Wenigstens beim Gehen werde ich heute mal bewusst den „kleinen Stubser“ beim Abrollen fühlen und mit jedem Schritt der Erde meine Achtung, meine Wertschätzung, meine Dankbarkeit, meine Freude, meine Liebe zum Leben ausdrücken.
    Viele liebe Grüße ~ Claudia Gabriele

    • Birgit

      Liebe, achtsame Claudia Gabriele,
      wieder einmal bezauberst du durch deine Beobachtungen. Und dass du es nicht dabei belässt sondern immer einen Teil für dich umsetzt, dir die Gelegenheit gönnst, dich ein wenig tiefer zu empfinden. Damit machst du auch anderen Frauen Mut, es dir nachtzutun.
      Danke dafür
      Birgit

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