Hallux valgus: Operieren oder nicht?

 

Hallux valgus: Operieren oder nicht

Hallux valgus: Operieren oder nicht?

 

Gänseblümchen – Das Spiel von: „Er liebt mich – er liebt mich nicht“

 

Kannst du dich noch daran erinnern? Dieses Spiel aus einer Zeit, in der wir alle so lebendig waren. Wenn wir nicht aufpassen, „verläuft“ sich das und wir verlieren die Verbindung zu uns selbst und nicht nur das.

 

„Meinen rechten Fuß habe ich für meinen Mann operieren lassen…“

Petra hatte jung geheiratet. Mit ihrem Mann führte sie die Traditionsbäckerei am Ort. Die Entscheidung, sich einen eigenen Job zu suchen, stellte sich nicht. Selbstverständlich arbeitete sie in der Backstube und im Verkauf. 6 Tag die Woche, 10 Tage Urlaub, 20 Jahre lang…

Als sie mit knapp 40 Jahren Schmerzen im Fuß bekam, ignorierte sie sie erst. Besorgte sich Gesundheitsschuhe und erntete schräge Blicke von ihrem Mann. Die Nachbarin diagnostizierte: „Das ist ein Hallux valgus, den musst du operieren lassen…“

  • Füße sind ein Symbol der Weiblichkeit. Fußprobleme sind ein Fingerzeig deiner Seele. „Wer willst du sein? Wer bist du?“ Du bist ein eigenständiges und wertvolles Wesen.
  • Lächeln ist die Medizin der Zukunft.

Wenn die Seele verstummt, spricht der Körper

Und dann hörte sie dieses Lachen aus der Backstube. Ihr Mann lachte. Lachte nicht mir ihr sondern mit der neuen Aushilfskraft. Von nun an fühlte sich Petra wie im falschen Film. Ihr Mann blühte auf, sie aber verwelkte. Ein trotziger Versuch, wieder ihre schönen aber unbequemen Schuhe zu tragen und unter dem Kittel ein neues Kleid hervorblitzen zu lassen, quittierte er mit einem Stirnrunzeln.

  • Fußschmerzen sind ein Wehklagen deiner Seele. Schöne Schuhe tragen wollen ist eine Vokabel. Die Übersetzung lautet: Ich will gesehen werden!
  • Für deine Sichtbarkeit bist du selbst zuständig – das ist nicht Aufgabe deines Partners

 

Augen zu und durch

„Irgendwann ging es nicht mehr. Ich war ja nicht angestellt. Mich krank schreiben zu lassen war keine Option. Also eine OP. Schnell musste es gehen. Keine Zeit für eine Zweitmeinung oder gar Alternativen. Ich habe mich selbst zu diesem Entschluss genötigt.“

  • Von wo aus triffst du Entscheidungen? Bist du bei dir? Spürst du dich?
  • Von welcher Schwingungsebene aus? Aus einem Mangelbewusstsein? Einem: „So, wie ich bin, bin ich nicht gut genug?“
  • Tipp: Wenn du eine weitreichende Entscheidung treffen willst, sorge erst dafür, dass es dir gut geht. Überlege, was dir dabei hilft. (Musik, Sport, Meditation, Lachen…) Wenn es schnell gehen muss, dann hinterfrage das.

 

Achtung Sogwirkung

Im Krankenhaus lag sie im Dreibettzimmer. Da waren Schmerzen. Der Fuß war geschwollen, passte in keine Hose, Entlastungsschuhe gab es zu dieser Zeit noch nicht. Sie fühlte sich verhöhnt, als ihr Mann ihr Blumen ans Bett brachte. Wenigstens nahm er sie zum Abschied in den Arm. Aus Mitleid oder Liebe? – ging ihr durch den Kopf.
  •  Tipp: Besorge dir ein schönes Nachthemd; Pflegeprodukte; Parfum; Lektüre. Das tust du nur für dich. Weil du es dir wert bist. Damit ziehst du die „richtigen“ Menschen an und hältst die anderen von dir fern. Auch deine Ärztinnen und Pfleger werden dir anders begegnen. Lass deine „Opfer-„kleidung daheim oder besser entsorge sie feierlich.
  • Dieser Effekt wird durch die Spiegelneuronen erklärt: Dein Gegenüber reagiert unbewusst auf deinen Gesichtsausdruck. Das wiederum wirkt auf dich zurück. Also setze dein Gewinnerlächeln auf und sei neugierig, was passiert 😀

 

Wer sagt, dass es schnell gehen muss?

„Ich wollte schnell wider funktionieren, auch damit ich alles unter Kontrolle habe. Und danach wollte ich alles anders machen. Endlich leben. Etwas für mich tun, damit ER mich wieder mag“. Sagt Petra rückblickend.
  • Lebst du jetzt schon? Oder erst nachdem alles „überstanden“ ist? Wovon machst du es abhängig, dass du dich gut fühlst? Wie Eckart Tolle es so gut auf den Punkt bringt: Das Leben findet nur im JETZT statt.
  • Lebst du im „UM … ZU“-Modus? Also, schminkst du dich für andere? Dann leg den Schalter um auf „WEIL“. Mach dich hübsch -WEIL du dich toll findest.

„Zuhause bedeutete aber auch, von allen Seiten auf mein „Problem“ angesprochen zu werden. Wie geht’s denn? Ich konnte es schon gar nicht mehr hören. Vor allem, weil niemand sich wirklich für mich interessierte. Das war nur eine Floskel und ein Türöffner, um gleich nachzuschieben, dass es ihnen eigentlich noch viel schlechter ging als mir.“

„Es ging mir nicht gut. Mit Krücken hinterm Tresen, zwar nur 3 Stunden täglich und mit schlechtem Gewissen, nicht ganz meine Frau zu stehen. Ich war gefangen in Selbstmitleid und Jammern. Aber damit habe ich wenigstens ein wenig Beachtung gefunden.“

  •  Tipp: sprich nicht über dein Problem – außer mit Menschen, die sich damit beruflich beschäftigen. Immer wieder daran erinnert zu werden, verlangsamt den Heilungsprozess.
  •  Sei radikal ehrlich: Schreib auf, welche Vorteile – ja, du liest richtig – Vorteile du durch deine Problem/Krankheit hast. Dafür gibt es eine Bezeichnung: Krankheitsgewinn. Werde dir bewusst, was du eigentlich willst – und gib dir das.

 

Das Weite suchen

Wieder zuhause war Petra alles zu eng. Ihr ganzes Leben kam ihr wie ein Käfig vor. Sie suchte sich eine Arbeit und eine kleine Wohnung und lernte, auf eigenen Beinen zu stehen.

Petra ist heute 52, geschieden, und nach zwei Jahren Trennung glücklich wieder mit ihrem Exmann zusammen. Das war erst möglich, als ihr das klar wurde.

UND letztes Jahr hat Petra einen weiteren Entschluss gefasst:

 

Meinen linken Fuß habe ich für mich operieren lassen.

Meinen linken Fuß habe ich für mich operieren lassen“, lacht sie.
„Das war eine bewusste Entscheidung für ein erfülltes Leben“. Mit meinen „neuen“ Mann möchte ich reisen, wandern, tanzen…“

  • Abstand und Ruhe sind die Basis für gute Entscheidungen.
  • Und was Wertschätzung und Präsenz verändern kann, grenzt an Wunder

Ihre Entscheidung hat sie sich diesmal nicht leicht gemacht:

„Ich habe mir verschiedene Alternativen aufzeigen lassen. (Darüber habe ich hier geschrieben.) Für ein Jahr konsequenter Übungen und Therapien hätte ich kein Durchhaltevermögen gehabt. Allerdings habe ich mich sehr gründlich informiert. Eine Zweitmeinung eingeholt und schon vor der OP mit Osteopathie angefangen.“

  • Richtig oder falsch gibt es nicht. Vielmehr gilt es, dass du dich nicht verlierst.
  • Eine OP kann eine Abkürzung sein. Lasse dich über Risiken genau aufklären. Sei dir bewusst, dass du mit evtl. Konsequenzen leben musst, wenn die OP nicht das gewünschte Ergebnis bringt.

 

Die Verantwortung für deinen Körper liegt immer bei dir

„Vor meiner zweiten OP habe ich mich sehr liebevoll mit meinem Körper „unterhalten“, habe für einen guten Erfolg gebetet und alle Beteiligten, meinem Mann und mich selbst mit eingeschlossen.“

„Die OP selbst verlief reibungslos. Die Blumen meines Mannes habe ich mit großer Dankbarkeit und mit Tränen in Empfang genommen.“

  • Narbenpflege: Auch  wenn alles gut verheilt ist, bleiben Narben. Behandle sie täglich mit einer geeigneten Salbe aus der Apotheke.
  • Narben können den Energiefluss im Körper stören. Die Faszien, in denen unzählige Nervenenden liegen, sind beleidigt. Durch Handauflegen und evtl. mit einer energetischen Narbenbehandlung kannst du Störungen aufgeben.
  • Eine OP beseitigt nicht die Ursache. Das ist deine Aufgabe. Nur weil die Schmerzen, das Problem nicht mehr präsent sind, bedeutet das nicht, dass es keine Veranlassung mehr gibt, dich nicht mehr um dich und deinen wunderbaren Körper  zu kümmern.

„Mittlerweile habe ich eine wundervolle Beziehung zu mir, meinem Körper und zu meinem Mann.“

„Und dafür investiere ich auch etwas. Körperlich durch Massagen, und Besuche bei einer sehr guten Physiotherapeutin.“

Ehrlich:

Petra habe ich erfunden. Aber sie ist dennoch wirklich. Ich habe sie gefunden in den vielen Gesprächen mit Frauen, die ich geführt habe. Ich hab sie gespürt in all den Foren im Internet – mit all ihren Zweifeln und Ängsten. Ich wollte hinter die Beweggründe kommen, warum sich all die Freundinnen, Schwestern, Mütter und Kolleginnen operieren lassen.

 

Welchen Anteil von Petra lebst du? Schreibe einen Kommentar

Liebe Grüße an die Füße

Birgit

P.S. Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du dich operieren lässt oder nicht, lass dich gut beraten. Frage z.B. auch in Fußschulen oder bei guten Physiotherapeutinnen nach einer Empfehlung für einen Arzt bzw. kläre im Vorfeld ab, ob es Alternativen dazu gibt.

Und bitte: Lass eine Entscheidung für eine OP keine Entscheidung gegen dich sein.

💖
Liebe Birgit: Auch wenn die Geschichte „erfunden“ ist, sie ist dennoch so wahr.
Der Gedanke, dass alles gut wird (mit dem jeweiligen Mann) wenn man sich nur operieren lässt, straffen lässt oder sonstwas, funktioniert leider nicht.
Gott sei Dank. Männer lieben Frauen, die sich selbst lieben, die Lebensfreude haben und mit denen man sich unterhalten kann.
Ich habe mich übrigens vor ein  paar Jahren operieren lassen – für mich. Mich haben meine hängende Augenlider so gestört, dass ich sie liften habe lassen. Es gab keinen Mann, den ich damit halten oder erobern wollte. Ich hatte einfach Lust darauf und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Diese kleine Schönheitsoperation hat mein Leben nicht verändert, aber hat mir gut getan.
Mir hat Dein Coaching Ansatz gefallen: das Lamentieren über Probleme hilft nichts. Es ist wie Du sagst: wenn Frau wirklich was ändern will, dann ist professionelle Hilfe der beste Ansatz. Und wir müssen lernen, uns endlich zu mögen und uns zu feiern. Danke – Brigitte

14 Kommentare zu “Hallux valgus: Operieren oder nicht?

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Meine Tante hatte auch Probleme mit dem Hallux Valgus. Sie hat sich direkt operieren lassen, da man es empfohlen hatte. Glücklicherweise bereut sie die OP nicht und hat auch keine Schmerzen mehr.

    • Birgit

      Liebe Rosa, für manche Frauen ist eine OP ein Segen – vorausgesetzt, alles verläuft gut. Deshalb ist Eigenverantwortung und auch Einholung von Zweitmeinungen wichtig. Für danach empfehle ich eine gute Nachversorgung – auch der Narbe und osteopathisch, damit die beleidigten Faszien wieder besänftigt werden. Eine OP beseitigt nicht die Ursache.
      Liebe Grüße
      Birgit

  2. LIebe Birgit,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Er hat mich in meinem Entschluss bestärkt, mich nicht operieren zu lassen. Dein Blog gehört nun zu meinen TOP Lieblingsblogs! Danke für deine Weisheit, die du mit uns teilst.
    liebe Grüße
    Edith

    • Birgit

      Mmh. Ich bekomme Gänsehaut. Vielen Dank – liebe Edith.
      Ich brenne dafür, Frauen Wege aufzuzeigen, sich und ihre wundervollen Körper zu spüren und zu wertschätzen. Das Leben und unseren Körper erst mal als Geschenk anzunehmen – auch wenn es schier gar nicht möglich erscheint. Dann erst bekommen wir eine Ahnung, was ins uns steckt. Jede einzelne Frau hat so viel zu geben. Das Geheimnis offenbart sich, wenn wir uns für uns selbst öffnen und uns selbst näher kommen.
      Alles Liebe – Birgit

  3. Liebe Birgit,
    du hast in diesem Artikel klar gemacht, dass man eine Operation nicht mir einer Reparatur vergleichen kann. Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Füßen tut Not, um eine langfristige Verbesserung zu erreichen. Dazu gehört eine intensive Vorbereitung. Das Gangbild sollte bewertet werden und ein neues fußfreundliches Bewegungsmuster wird eingeübt. Sonst tappt man mit den „neuen“ Füße in die gleichen Bewegungsfehler und die Probleme wiederholen sich.
    Durch diesen „neuen“ Gang erledigt sich oft die Bereitschaft zur Operation.
    Dankeschön.

    Liebe Grüße aus Regensburg
    Andrea

    • Birgit

      Liebe Andrea,
      danke, dass du – als Profi – das so deutlich herausstellst. Wenn eine OP als Abkürzung für einen Lernprozess herhalten soll, läuft etwas schief. Die anfängliche Freude darüber, wieder oder „endlich“ schöne Füße zu haben, weicht häufig schon nach 2-3 Jahren der Enttäuschung. Denn „eingeschleifte“ Bewegungsmuster, die ursprünglich zu den Problemen führten, werden ja auch nach einer OP beibehalten. Mal davon abgesehen, dass sich diese Prozesse nicht nur körperlich sondern auch in unser Psyche spiegeln.
      Fußkuss nach Regensburg
      Birgit

  4. Ich wäre vorsichtig mit einer OP, denn oft ist man dann seine Probleme nicht los und/oder hat neue.
    Mir haben ein Zehenspreizer aus Silikon und das Tragen von Flip-Flops geholfen.
    Und eine Gewichtsreduktion ….
    LG
    Sabienes

    • Birgit

      Liebe Sabienes,
      ganz genau. Es gibt häufig Alternativen zu einer OP. Vor allem, wenn frau nicht zu lange wartet. Jede achtsame Zuwendung, die wir unseren Füßen, unserem Körper zukommen lassen, ist auch gleichzeitig ein klein wenig Vergangenheitsbewältigung. Unverarbeitete Emotionen setzen sich nun mal in unserem Körper fest und die kann auch der beste Operateur nicht einfach so wegschneiden.
      Liebe Grüße
      Birgit

  5. Liebe Birgit,
    das ist wieder ein wunderbarer Artikel, der tief in Wahrheit und Weisheit blicken lässt. Eine Tiefe, die in unserer Gesellschaft oft unerwünscht, weil (kurzfristig gedacht) unpraktisch ist. Wer will schon genau hinschauen? Das erfordert Mut und bringt auch bezüglich unserer Beziehungen so manche „Ent-Täuschung“ ans Licht. Doch wenn wir lernen, liebevoll und neugierig den Dingen auf die Spur zu kommen und auf unsere innere Stimme zu lauschen – wie ein Held oder eine Heldin im Märchen – dann werden wir wirklich das, was wir sind: Ein „Wow-Projekt“ – ein wundervolles, mutiges, liebenswertes Wesen, das sein Leben lebt wie ein Abenteuer. Ein solches Wesen kann wieder andere inspirieren indem es seine Erfahrungen, seine „Schätze“ teilt. Alle Kommentare zu deinem Artikel zeugen davon, dass hier viele Schatzsucherinnen und -Finderinnen unterwegs sind.
    Ganz liebe Grüße ~ Claudia Gabriele

    • Birgit

      Liebe Gabriela,
      wenn ich deinen Kommentar lese, kommt mir die Geschichte von Petra wie ein modernes Märchen vor. Vielleicht schreibe ich mal ein Märchenbuch über Füße? Vielen Dank. Das mit dem „Wow-Projekt“ gefällt mir.
      Alles Liebe
      Birgit

  6. Susann

    Vielen Dank für den für mich gerade allzu passenden Artikel 🙂
    Ich habe zwar kein Fussproblem, dennoch eine Erkrankung, bei der ich mch gegen OP und für das was ich aus der Erkrankung lernen kann entschieden habe. Es bedeutet Einiges an Veränderung, aber ich sehe es als Abenteuer. Der Sinn ist immer in dem zu finden, wie man sich verändert, wohin einen eine Krankheit führt. Ich komme zu viel mehr Weiblichkeit, zeige mehr von mir, auch mal Schwächen, und lerne auch die Teile meines Körpers zu lieben, die nicht ganz so rund laufen.

    Alles Liebe
    Susann

    • Birgit

      Liebe Susann,
      das hast du sehr schön beschrieben. Vielen Dank, dass du das mit uns teilst.
      Ich wünsche dir alles Liebe
      Birgit

  7. Dagmar

    Hallo Birgit
    Wie immer ein super Artikel der zum Denken anregt..
    Danke dafür! Bei dir lernt man zu sehen was im Leben wichtig ist…
    Liebe Grüße
    Dagmar

    • Birgit

      Liebe Dagmar,
      du hast erkannt, dass es hier nicht um OP oder nicht geht. Sondern ob wir den Mut aufbringen, zu uns zu stehen. Uns für uns selbst, für ein glückliches und erfülltes Leben und eine harmonische Partnerschaft zu entscheiden. Das ist anstrengend aber lohnend. Muskelaufbau 🙂
      Alles Liebe
      Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.