Die Achtsamkeit des Schusters

Kerstins Schuhe

Eine Auswahl aus Kerstins Schuhtruhe

Kerstin hilft mir mit der Website. Heute bin ich wieder bei ihr und wie immer bestaune ich erst mal ihre Schuhgalerie mit schwindelerregend hohen High-Heels, bevor wir uns (barfuß) bei einer Tasse Milchkaffee an die Arbeit machen.

Gastbeitrag von Kerstin über High Heels beim Schuster

Der Schuster um die Ecke grüßt mich auf der Straße.

Ich gehöre zu seinen Kunden. Er hat schon viele Absätze und Sohlen auf meine Schuhe geklebt.
Ich liebe Schuhe – vor allem hohe Schuhe. Und nun bloggt meine Freundin Birgit über Füße.

Sie wirft kritische Blicke auf meine Füße, wenn ich ihr unschuldig und ahnungslos barfüßig meine Türe öffne.

Sie prüft, ob ich eine Münze mit dem Fuß greifen kann, während ich die Zehen locker halte. Häh – flache Gegenstände greifen ohne dabei die Zehen zu benutzen?

Solche Dinge lernt sie in der Fußschule.

Wird sie mir demnächst verbieten, mit meinen schönsten Pumps durch die Gegend zu stöckeln?

Nein – zum Glück nicht.

In ihrem Blog wird es auch um Achtsamkeit und Weiblichkeit gehen.

Du möchtest Dich gut fühlen und brauchst dafür Deine hohen Schuhe?

Dann lass es Dir nicht verbieten, weil Dein Körper mit Schmerzen antwortet. Achte auf die Schmerzen, arbeite mit ihnen, stärke Deine Füße, dass sie Dein Spiel in Zukunft wieder mitspielen. Aber gönne Deinem Körper auch die Pausen, die er braucht, biete ihm Abwechslung, beenge ihn nicht dauerhaft, gib ihm, Deinem Geist und Deinen Füßen Raum, sich zu entfalten.

Und erwarte nicht mehr und nicht weniger von Deinem Umfeld.

Die teuersten Schuhe, die ich besitze, sind offensichtlich für Italienierinnen produziert,

die keinen unnötigen Meter zu Fuß zurücklegen. Nach ca. 2km Fußmarsch hatten sich die Absätze dieser wunderbaren Schuhe in Nichts aufgelöst. Mein Schuster um die Ecke hatte dazu nur folgenden Kommentar: „Der Absatz ist zu dünn, der geht immer wieder gleich kaputt.“ Blödsinn! Ich habe mehrere so dünne Stöckel, mit denen ich schon sehr weit gelaufen bin. Das Material war einfach zu weich. Der Schuster und ich haben uns in die Haare bekommen, und ich werde seinen Laden nicht mehr betreten, denn:
Ich habe einen Ersatzschuster aufgesucht.

Er hat die Schuhe in seine Hände genommen, mit mir um die Absätze getrauert,

mir gesagt, dass dieser Schuh wunderschön verarbeitet ist, mir Vorschläge gemacht, wie er ihn wieder herrichten könnte und meine Skepsis mit dem Kommentar: „Ich liebe Schuhe“ hinweggewischt.

Dieser Mann hat das mit der Achtsamkeit verstanden!

Liebe Grüße

Kerstin

Vielen Dank, liebe Kerstin, vielen Dank für diesen ersten Gastbeitrag.  Herr Talabakhsh von „Klideman“ darf ab jetzt auch meine Schuhe heil machen.

Ein PS für dich:

Schuster sind auch in anderer Hinsicht deine Komplizen. Schau dir mal die Sohlen deiner Schuhe und Stiefel an. Wenn sie einseitig abgetragen sind, weist das auf eine Fehlstellung hin. Sind die Innenkanten abgelaufen, schreit deine Beckenbodenmuskulatur nach mehr Lebendigkeit. Deshalb lass deine Schuhe rechtzeitig reparieren. Und nimm Kontakt zu einer Fußschule auf für eine Beratung.

Du bist es dir doch wert?! Und dann hast du auch ein tolles Gefühl auf High Heels.

Alles Liebe

Birgit

 

Klideman, Schuster und Schlüsseldienst, www.klideman.de

Kerstins Schuhe

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Mehrdad Talabakhsh

Mehrdad Talabakhsh
Engagierter Schuster in München

1 Gedanken zu “Die Achtsamkeit des Schusters

  1. „Sind so kleine Füße…“ – na ja, Schuhe können schon sehr problematisch sein –, ganz insbesondere für Frauen, wie mir scheint, wovon auch die meine nicht verschont ist.
    Als Mann ist man da hilflos, was so sein mag oder gar soll, sind doch Schuhe (und Handtaschen) meistens Reliquien weiblicher Instanz. Doch, auch Männer legen Wert auf treffliches Schuhwerk – keine Frage. Die schlussendliche Perspektive ist jedoch wohl eine andere 🙂 Umsomehr freut es mich, dass es ein Geschlechtsgenosse vermocht hatte, Dich und Deine Schuhe auf einen guten Weg zurück zu führen. Danke für Deinen Beitrag, liebe Kerstin, und alles Gute euch für den Blog.

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