Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten

 

Große Oper

oder wie du mit Kritik umgehen kannst

 

Das Frühstücksgeschirr war weggeräumt, die Tasche fürs Wochenende gepackt. Vor der Abfahrt hatte ich noch Zeit, nach meinen Mails zu schauen und einen Kommentar zu beantworten, der in meinem Postfach blinkte…

Darauf war ich nicht gefasst:

„Liebe Birgit, der Artikel hat mir an sich gefallen und dein Tipp mit dem Schuhrakel klang durchaus interessant, aber wenn dieser Artikel bei Amazon mit 7 von 7 Fake-Profilen hochgejubelt wird, dann halte ich lieber Abstand. Sorry. Echt billige Masche.“ 

Kritik ist ein Drama

Ich liebe Opern, erst neulich wieder Verdi – traumhaft. Aber ich schweife ab. Um eine Oper zu genießen und dich von ihr bezaubern zu lassen, lässt du dich ergreifen um mit den Figuren zu fühlen – unklug aber wäre es, in das Drama einzusteigen und sich darin zu verlieren. Und was ist Kritik anderes als Drama?

So habe meinen Laptop zugeklappt und bin ins Wochenende gefahren. Dennoch kannst du dir vorstellen, dass dieser unberechtigte Kommentar in mir gearbeitet hat. Vor allem aber hat er mich lebendig gemacht und auch meinen Forscherdrang wachgerüttelt.

Ich finde es immer spannend zu beobachten, wie sich Einstellungen, Glaubenssätze oder hier Kritik auf unseren Körper auswirken.

Kritik kann treffen

Wenn du nicht aufpasst, trifft dich Kritik und zwar direkt in die Magengrube. Genau dort ist unser Solar Plexus, der Energiepunkt unserer Lebenskraft. In Indien heißt dieser Punkt Manipura, oder leuchtendes Juwel, ein Hauptchakra das für Selbstverantwortung steht. Ist dieses Chakra geschwächt, zeigt sich dies in der Angst, Kontrolle zu verlieren, in Versagensangst oder Wut. Der Magen ist auch das Organ, das Kritik verdaut.

Ein Schlag in den Solar Plexus kann fatale Folgen haben, deshalb stärkt man diesen Bereich in asiatischen Kampfsportarten ganz besonders.

Tipp: Deinen Solar Plexus stärkst du durch ein entschiedenes NEIN. Stampfe mit den Füßen oder stoße deine Fäuste abwechselnd gegen einen imaginären Feind und begleite das mit Fauchen oder einem unmissverständlichen Nein.

Auch OpernsängerInnen stärken durch das Gesangstraining automatisch diese Region. Das ist auch nötig, denn neulich bei Verdi gab es nicht nur frenetischen Beifall sondern auch einen ohrenbetäubenden Buhrufer direkt hinter mir…

 

Wenn du mit etwas Abstand auf eine vermeintlich üble Sache schaust, erkennst du, dass sich immer auch ein Geschenk dahinter verbirgt:

Kritik bringt dich Out of the box

Über Applaus und positive Bewertungen freuen wir uns alle und wir können gar nicht genug davon bekommen. Bei mir war es so bei den Rezensionen zu meinem Buch oder wie jetzt zum SCHUHRAKEL, dem Kartenset, das ich mit sehr viel Herzblut zusammen mit meiner Partnerin, Sabine Paul kreiert habe. Aber positive Rückmeldungen können einlullen und dich abheben lassen.

Wachsen kannst du jedoch nur, wenn du hellwach bleibst für das, was du in die Welt bringen willst. Vereinzelte Buhrufe oder Kritiken sorgen dafür, dass du nicht abdriftest und müde wirst.

Mich hat diese Kritik „auf einen Schlag“ den Wert meiner Arbeit in aller Tiefe erfahren lassen.

Deshalb bin ich dankbar für diese beglückende Erfahrung 🙂

 

Angst vor Kritik – Sturzprohylaxe!

Die Angst vor Kritik ist uns ebenso angeboren wie die Angst vor einem Sturz und beide haben etwas gemeinsam: Wir lassen uns von der Angst davor „nach unten ziehen“. Nun, das muss nicht sein, du kannst aktiv etwas dagegen unternehmen.

Tipp: Lenke die Energie nach oben. Durch die Kraft deiner Gedanken kannst du den Energiefluss in deinem Körper nach oben lenken. Probiere das doch gleich mal aus. Und belohne dich mit einem Grinsen.

Opernsängerinnen nutzen dies, auch wenn ihnen das vielleicht nicht bewusst ist. Sie bauen ein Energiefeld auf, mit dem sie die Bühne einnehmen.

Die Angst in der Gunst anderer zu fallen lässt viele von uns auf der Stelle treten. Wir sind geschäftig und sorgsam darauf bedacht, nur nicht aufzufallen. Ein unlustiger Zustand, den wir Normalität nennen. Ein Opernstar und alle, die in ihre Größe kommen wollen, können sich Normalität gar nicht leisten – Authentizität ist umso mehr gefragt.
Lies auch Jammern für Profis oder Grounding.

 

 

Eigenlob stimmt

Mir ist jetzt klar geworden: Wer seinen eigenen Wert nicht kennt, kann sich auch nicht vorstellen, dass andere Erfolg haben. Umso wichtiger ist es, dass wir uns täglich auch unserer kleinen Erfolge bewusst werden. Gerade wir Frauen tendieren dazu, so vieles, was wir tagtäglich erledigen als selbstverständlich abzutun. Selbst nach nennenswerten Erfolgen gehen wir zur Tagesordnung über, als wäre dies nichts Besonderes. Und auch hier passt das Bild der Oper. Nach der Vorstellung wird gefeiert – selbstverständlich.

 

Auf den Stöckel gebracht:

Die Abgrenzung zwischen konstruktivem Feedback und Kritik ist oft eine Gratwanderung. Achte also auf deine „Trittsicherheit“.  Ob du versucht bist, selbst zu kritisieren oder meinst, Kritik „einstecken“ zu müssen: Frag dich, wie du souverän, humorvoll und freundlich sein kannst. Ob du wirklich ins Drama einsteigen oder drüber stehen willst.

  • Halte deine Energie hoch
  • Nimm Stress aus deinem Körper, z.B. durch Schütteln oder indem du deine Ohren kräftig reibst
  • Setze ein inneres Lächeln auf und wisse, alles was dir widerfährt, geschieht für und nicht gegen dich.

 

Alles Liebe und steh zu dir

Birgit

P.S. Und dann gibt es Frauen, die das Schuhrakel auf Herz und Nieren prüfen, bevor sie sich ein Urteil erlauben.  So wie hier (Link)  

 

Wie gehst du mit Kritik um? Teile deine Tipps, Einsichten und Erfahrung mit uns

 

7 Kommentare zu “Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten

  1. Naja. Kritik ist immer so eine Sache und ich finde es ganz schwierig, hier das richtige Maß zu finden.
    In dem von dir beschriebenen Fall liegt ja eigentlich keine Kritik vor. Die Person fand das Schuhrakel sogar für eine interessante Idee. Aber die Person stört sich an den 7 positiven Bewertungen und behauptet, dass sie gefakt, gekauft oder ganz einfach nicht ehrlich geschrieben worden sind.
    Das ist keine Kritik, sondern eine (Vor-) Verurteilung, die diese Person nicht beweisen kann. Und wahrscheinlich hast du keine Möglichkeit gehabt, diese Person vom Gegenteil zu überzeugen, oder?
    Eine (Vor-)Verurteilung ist richtig mies, viel schlimmer als Kritik, egal ob angebracht oder nicht. Besonders dann, wenn der Beschuldigung keine Möglichkeit zur Verteidigung hat.
    LG
    Sabienes

  2. Hallo Birgit, ein interessanter und wertvoller Artikel. So hast du aus einem Moment des gefühlt total persönlichen Versagens einen persönlichen Höhepunkt gemacht – ich möchte es zumindest so interpretieren. Zwischen haltlosem und unqualifiziertem „Gemecker“ und einer konstruktiven Kritik liegen Welten. Letztere bringt alles und jeden weiter. Erstere hat ihre Wurzeln eher beim Kritiker denn beim Kritisierten. Danke für deine zusammenfassenden und es auf den Punkt bringenden Tipps zum Umgang mit Kritik. Herzliche Grüße

  3. Liebe Birgit,
    das ist ein sehr spannendes und schwieriges Thema und ich war beruhigt als ich Deinen Post las, dass es sich um jemanden handelt, der rein gar nichts verstanden hat, ABER etwas knallhart bewertet hat, was gar nichts mit dem Inhalt, deinem Schuhrakel, oder Deiner Arbeit zu tun hat. Die Kritik drehte sich nicht um das Schuhrakel, sondern unterstellte Dir gefakte Jubelbesprechungen veranlaßt zu haben. Dahinter stehen Anschuldigungen von „Du hast betrogen! Du hast gelogen !“ Spieglein, Spieglein. Was sagt uns das? Welche Handlung folgt daraus? Wenn Du Dir selber nichts deartiges vorzuwerfen hast, sprichst sich ja wohl die Seele dieser Kritikerin aus. Das gleiche gilt für´s lügen ! Die Art wie Du damit umgegangen bist, zeigte mir von außen… kühlen Kopf, Dein integer-sein… und ein klares Abgrenzen von dieser korrupten Schreiberin. Höflich und souverän, ohne etwas zu verstecken. Das ist sehr zu bewundern. Ich neige sehr leicht dazu ins Drama einzusteigen, vor allem deshalb, weil die Enttarnung oben genannter Verhältnisse dazu geführt haben, dass ich mich in meinem Leben freundlich und betimmt von sehr engen Verwandten und Gefährten verabschieden mußte. Meine letzte Kritik-Übung im ZwischenMenschlichen habe ich deshalb ganz bewußt so bearbeitet:
    Wer spricht ? Beginnen die Sätze der Kritik mit „ich“ oder mit „Du“ oder wie oben weder noch ( Gruß vom grau !) Alles was mit „Du“ beginnt und nichts in mir auslöst, spricht nicht von mir. Alles was mit „ich“ anfängt enthält wichtige Botschaft, die mich meistens weiterbringt. Das „weder noch“ ist wie die Du-Sätze nur schlimmer, meistens total am Thema vorbei und immer unter der Gürtellinie. Kritik kommt… Tief durchatmen, Krone auf, Geist und Bewußtsein anschalten, Gefühle beobachten, tief durchatmen, wenn sie stark berührt, Fragen Wer spricht ? Um was geht es? Welche Schuld wird aufgerufen? Luft holen sortieren, höflich abwenden und seiner Wege gehen, oder/und in einen sehr fruchtbaren wachstumsfördernden Austausch kommen. Alles steuern wir selbst, Du hast es uns vorgemacht, denn der Austausch hat ja nicht mit der verunglimpfenden Kritikerin stattgefunden, sondern jetzt hier auf Deinem Blog. Gratuliere ! Das ist Transformation… und ich weiß wovon ich spreche, denn sonst wäre ich nicht hier ;)) Alle feedback Sätze, die mit „ich“ beginnen, zeigen klar was dem Sprechenden wichtig ist und das gilt nicht nur für Feedback und Kritik. Ich denke, dass die Birgit eine wunderbare Arbeit macht, ich sehe wie sehr sie Gefühle achtet und negatives zum Guten wendet und ich glaube nicht, dass diese Kritik geschäfts-schädigend ist. Alles Liebe Dir !

  4. Hallo liebe Birgit,
    mein Gefühl sagt mir, dass dieser Mensch bewusst negative Kommentare schreibt, weil er nicht an das Gute glauben mag.
    Nur warum trifft uns so eine aufgesetzte Kritik so…?
    Da fängt es für mich wirklich an – wie du auch schreibst- spannend zu werden.
    Wie gehe ich mit Kritik um.. spüren – Achtsam sein für das was ich in mir jetzt wahrnehme – immer mehr die Bewertungen weglassen. Jeden Tag mich mehr wertzuschätzen so wie ich bin. Mich zeigen und mutig sein. Bei mir hilft Atmen Atmen Atmen! Alte Denkmuster verändern und es braucht Zeit und Übung. Leben und Leben lassen:)
    P.S. Dein Schuhorakel ist so ein wachmachender liebevoller wertschätzender Begleiter durch die Augenblicke des Tages. Danke dir dafür liebe Birgit.

    • Birgit

      Liebe Telse, ja Atmen ist so unglaublich wichtig. Atmen, wenn wir empfangen und wenn wir austeilen. Innerhalb von wenigen bewussten Atemzügen kann sich Leid transformieren, da tiefe Atemzüge herzöffnend wirken.
      Danke für deinen Kommentar und ich freue mich, dass dir das Schuhrakel gefällt.
      Alles Liebe – Birgit

  5. Liebe Birgit,
    ich gebe sehr viele Kurse und Seminare und bestehe auf Feedback. Nur von Mensch zu Mensch kann ich Kritik ertragen, weil ich dem Menschen als Ganzes begegne. Bei vielen Trägern gibt es anonyme Bewertungsbögen. Mittlerweile hasse ich diese, weil diese oft schnell schnell, ohne tatsächliches Gedanken machen hingeschmiert werden. Und mich? Trifft so eine schlechte Bewertung (Gott sei Dank gibt es die selten) bis ins Mark.
    Glücklicherweise haben Auftraggeber Verständnis, das mich die Auswertung der Beurteilung nicht interessiert und
    sie mich nur bei Handlungsbedarf damit konfrontieren.
    Im Internet geht es noch schneller, noch gedankenloser.
    Vielen Dank für den Artikel
    Liebe Grüße Andrea C. Blank

    • Birgit

      Danke, liebe Andrea. Auch wenn uns klar ist, dass eine gedankenlose Kritik mehr über den aussagt, der sie äußert, kann sie sich geschäftsschädigend auswirken. Dagegen können wir uns nur bedingt wehren. Was aber in unserer Macht steht ist, dass wir uns nicht lähmen lassen. Statt ausgebremst zu werden können wir öffentlich darüber sprechen oder schreiben, so wie ich es auch tue. Das lässt nicht nur Druck ab und hält uns im Fluss, sondern schafft auch Bewusstsein bei anderen.
      Alles Liebe – Birgit

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