Leichtfüßigkeit

 

Leichtfüßigkeit

 

„Sie müssen vor allem abnehmen“, bekommen viele Frauen mehr oder weniger unverblümt geraten, wenn sie körperliche Probleme haben.

Hat Schwere etwas mit Gewicht zu tun?

Wir hören und lesen es so häufig, dass wir glauben, ein paar Kilo „zuviel“ auf der Waage können unserem Körper zusetzen und uns Schaden bringen.
Ist das generell so? Warum leiden dann auch „Normalgewichtige“ unter einem schwachen Beckenboden? Senk-Spreiz-Platt-Füßen? Haben Probleme mit den Sprunggelenken, Dornwarzen und Druckstellen, die doch nur allzu gerne dem Gewicht zugeschrieben werden.

Ab wann bin ich schwer? Fünfzig Kilo? Sechzig? Neunzig?

Fallen wir einem Trugschluss zum Opfer?

Ist oben nur Schwere, werden unsere Knie belastet. Die Gelenke, die sich freudig bewegen wollen, werden zusammengestaucht und geben diese Information gleich weiter an die nächste Haltestelle Sprunggelenke. Auch sie fühlen sich dann sperrig an und wie zusammengesteckt.

Klingt logisch gell?

Tatsache ist aber, dass diese Kettenreaktion dann in Bewegung gesetzt wird, wenn wir uns nicht leicht fühlen. Mit unserem Gewicht hat das nicht so viel zu tun. Gerade das innere Bild vom „Zusammenstauchen“, das erst mit dem Gefühl von Schwere und Last (Belastung) entsteht, lässt unsere innere Bedrücktheit auch auf unsere Gelenke einwirken.

Bei manchen sportlichen Aktivitäten wirken Kräfte von bis zu einer Tonne auf unseren Körper ein und wir kommen damit klar. Womit wir nicht klar kommen ist, wenn wir uns bildlich „nach unten ziehen lassen“.

Schauen wir uns auch an, wie sich das auf unseren Schoßraum auswirkt. Kollabiert der Beckenboden unter der Last (Belastung) oder wird er unbeweglich und starr, fangen wir an zu tröpfeln. Den Zustand des Beckenbodens finden wir in der Fußsohle gespiegelt, denn beide sind energetisch sehr eng verbunden. Die große Faszie, die sich über die gesamte Fußsohle zieht und eigentlich wie ein Trampolin schwingen kann, wird fest und das Fußgewölbe sackt ein.

Unersättlich nach Leben oder lästige Pfunde

Als ich so unsägliche Fußschmerzen hatte, bat ich meine Orthopädin um ein Rezept für Schuheinlagen. Sie verschrieb es mir nur zögerlich und gab mir auf den Weg: „…aber lassen Sie sich nicht in ihre Einlegesohlen sacken. Gehen Sie aktiv.“

Das Wort „einsacken“ ließ einen inneren Film in mir ablaufen. Da tauchte das Bild einer hageren älteren Dame auf, die sich schwer auf ihren Gehstock stützend über die Straße bewegte. Und eine Redewendung kam mir in den Sinn: „Du machst dich schwer wie ein nasser Sack!“

Dann denke ich an die Plus-Size-Frau, die ihre Rundungen schön verpackt, lustvoll zeigt und womöglich auch noch hohe Hacken trägt. Die ihre Kurven liebt und bei der jedes Gramm Fett belebt und willkommen ist. Wo Selbstwertschätzung im Spiel ist, sehe ich keine Schwere. Das gelingt auch Frauen mit Lipödem. Lies dazu hier.

Sagen wir mal, sie wiegt gleich viel wie ihre Kollegin, nur versteckt diese schamvoll ihre Rundungen und sieht sich alles andere als selbstverliebt im Spiegel an und leidet unter ihrem Übergewicht.

Worauf ich hinaus will: das gefühlte Gewicht kann sich deutlich vom tatsächlichen Gewicht unterscheiden. Eine Frau kann sich leicht und lebendig erleben und die andere nur schwer und unattraktiv und dimmt damit ihr Energielevel nach unten. Sie fühlt sich schwerfällig und belastet und zwar unabhängig davon, was die Waage anzeigt.

Unser Körper ist durch und durch mit Faszien (Bindegewebe) durchzogen. Unzählige Bänder und Sehnen halten dich in Form und deine Organe an ihrem Platz und sorgen für Stabilität. Wenn du über eine Pfütze springst, können unsere Gelenke, Beckenboden und Fußsohle locker bis zu dreihundert Kilo Gewicht abfedern. Wie ein Stück Gummi jedoch seine Spannkraft verliert, wenn es dauerhaft belastet wird und dadurch nicht mehr schwingen kann, so leiern auch unsere Bänder aus, wenn sie nicht mehr lustvoll pulsieren und schwingen dürfen. Und das hat gar nicht so viel mit deinem Gewicht zu tun, sondern mit deiner Lebensfreude. Wusstest du, dass unverarbeitete Emotionen im Bindegewebe abgespeichert werden?

Entlastung ist wichtiger als Abnehmen

Worauf richten wir unser Leben aus? Wo liegt unser Augenmerk? Wenn wir uns als zu schwer erachten, sehen wir uns von der Leichtigkeit um uns herum abgeschnitten. Was spritzig ist und flott ist uns suspekt. Unser Leben ist ernst und kein Zuckerschlecken, hören wir uns dann sagen und spüren uns immer weniger.

Willst du das ändern? Egal was du wiegst, es lohnt sich immer, unsere Zellen mit Freude aufzuladen.

Gewicht und Pfunde gilt es nicht loszuwerden, um dann, wenn wir abgenommen haben glücklich zu werden. Sie sind Symbol für unsere Unersättlichkeit nach Leben und Schönheit. Nur nähren wir uns selten mit Dingen, die uns erfüllen. Allzu oft beschwichtigen wir unseren Hunger nach dem, was eigentlich für uns vorgesehen ist mit billigem Ersatz. Überlege: Wo kannst du auftanken? An welchem Buch kannst du dich satt lesen? – nicht im Sinne von überdrüssig. Was hat die Qualität von „Süß“? An welchen Blüten und Düften kannst du dich berauschen? Gibt es Musik, die dich erfüllt? Wie kannst du dir davon mehr geben? Mangelt es dir an etwas?

 

Trag dich in den Fußletter ein. Dann bist du immer auf dem Laufenden, wenn es neue Tipps und Artikel gibt, um dich in deinem wundervollen Frauenkörper noch mehr zu spüren.

Inneres Lächeln

Lächeln macht das Leben leichter. In vielen alten Traditionen wird das innere Lächeln geübt. Du entspannst dich und stellst dir vor, wie ein Lächeln in dir entsteht. Lass es aus deinem Schoßraum heraus lächeln. Zart und sanft wie eine Blume, die ihre Blüten in deinem Bauch entfaltet und ihren Duft über deinen ganzen Körper verbreitet.

Bist du einmal in den Genuss des inneren Lächelns gekommen, dann hast du dir ein wertvolles Werkzeug geschaffen, leichtfüßiger durch dein Leben zu gehen.

Auf den Stöckel gebracht:

Abnehmen wird von vielen mit Mangel gleichgesetzt. Deshalb ist es sinnvoller, erst für mehr Lebensfreude und Leichtigkeit zu sorgen. Dann verschwinden manche körperliche Beeinträchtigungen wie von selbst und damit vielleicht auch ein paar Pfunde.

Liebe Grüße an die Füße

Birgit

💖 Schöner Text, danke Birgit. Mir kam auch sofort, dass es um innere Leichtigkeit geht. Egal, was uns körperlich, geistig oder seelisch „beschwert“ (finde es immer wieder hochspannend, wie sich innere neben äußerer Schwere abbildet auf den verschiedenen Ebenen), es gibt die Möglichkeit, den Ballast loszulassen. Das geht meist mit einer inneren Wahl einher. Dabei erfahre ich es so, dass ich das, was mich beschwert vor dem ablegen erst mal anschaue und liebevoll annehme. Schließlich ist es aus irgendeinem Grund (Muster oder was auch immer) ein Teil von mir. Mit der Annahme als erstem Schritt fällt mir persönlich das Ablegen überflüssigen Ballasts leichter. Dann hat die innere Leichtigkeit wirklichen Frei-Raum, aus dem wir sie leben können. – Stephanie.

 

10 Kommentare zu “Leichtfüßigkeit

  1. Dagmar

    Liebe Birgit,
    danke für diesen tollen Artikel. Auch ich versuche mir gerade eine gewisse Leichtigkeit zu erschaffen. Erste Maßnahme die vielen Sachen, die ich für andere erledigt habe mal die betreffenden Personen selbst erledigen zu lassen..
    Mich mußte erst mal wieder ein ordentlicher Sturz, der mich noch ziemlich einschränkt aufwecken.
    Liebe Grüße
    Von Herzen
    Dagmar

    • Birgit

      Hallo liebe Dagmar,
      das ist eine Ansage: andere ihren Kram selbst erledigen lassen. So kann sich frau auch Erleichterung verschaffen.
      Alles Liebe für dich
      Birgit

  2. Oh wie schön, drei meiner Lieblingsthemen für Selbststärkung und innere Balance auf einmal: „Leichtigkeit“, „Lebensfreude“ und das „innere Lächeln“! 🙂
    Herzlichen Dank für diesen bereichernden Beitrag, Birgit!
    Liebe Grüße, voll Leichtigkeit
    Sandra

    • Birgit

      Liebe Sandra,
      na ja, wenn du es so „bestellst“, dann liefert das Universum…
      So nun mach ich den Deckel zu. Morgen fliege ich nach Lissabon und tanke dort Leichtigkeit auf
      Alles Liebe
      Birgit

  3. Liebe Birgit,
    wieder einmal treffen deine Worte bei mir ganz genau ins Schwarze. Die folgen meines „Schicksalschlags“ (das Wort „Schlag“ ist wahrhaftig das richtige Wort dafür) sind nunmehr 15 Jahre vergangen. So viele Schläge aus Menschenhand musste ich bis heute ertragen. Fehlverhalten, Vorwürfe, Anfeindungen von Familie und Freunden, die meine Mädels und ich aushalten mussten. An manchen Tagen spüre ich jeden Einzelnen, manchmal mehr und manchmal weniger. Ich bin übergewichtig und an manchen Tagen spüre auch ich mich (man soll es nicht glauben) „so leicht wie eine Feder“. Nämlich dann, wenn ich glücklich bin und dieses Gefühl hat nun wirklich nichts mit dem Gewicht zu tun. Mein Körper hat alle Schläge gespeichert. Das Bindegewebe merkt sich alles, dass kann ich unterstreichen. Das habe ich in diesem Jahr verstanden und ich bin auf dem besten Weg zu aktzeptieren und zu verzeihen. Loszulassen um noch öfter, noch mehr, vielleicht auch immer? „leichter“ zu werden.
    Danke für diesen tollen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Ute

    • Birgit

      Vielen Dank liebe Ute,
      du lädst Leichtigkeit in dein Leben ein. Das sehe ich bereits in deinen flippigen Geschenk- und Werbeideen. Da muss frau erst mal drauf kommen.
      Noch zum Bindegewebe: es merkt sich zwar alles, weil darin unsere Emotionen gespeichert werden. Es ist aber durchaus bereit, sie auch wieder loszulassen.
      Liebe Grüße
      Birgit

  4. Liebe Birgitt, wieder einmal ein sehr interessanter Artikel. Ich war in der letzten Zeit so sehr eingespannt, dass ich bei meinen Lieblingsblogs gar nicht mehr kommentiert habe. Das muss ich unbedingt nachholen. Einige deiner Aussagen unterschreibe ich dir daher sofort. Ich glaube bei vielen dingen in unserem Leben spielt die Seele ein Rolle. Ist diese nicht in Ordnung, kannst du noch so viele Veränderungen an dir vornehmen, die dann aber alle nicht fruchten. Mit meinem Gewicht habe ich auch seit einiger Zeit Probleme. Dadurch ist bei mir ein Druck entstanden, den ich auf jeden Fall wieder los werden möchte. Der erste Schritt ist gemacht, aber der Weg ist noch lang. Wobei ja manchmal der Weg das Ziel sein soll. Der erste Schritt zum Erfolg ist die Erkenntnis.
    Liebe Grüße Petra

    • Birgit

      Liebe Petra,
      vielen Dank, dass du das mit uns teilst. Das was gerade da ist zu fühlen und anzunehmen haben wir allzu häufig vermieden, weil wir Angst vor der schmerzlichen Erfahrung haben. Dabei ist gerade das der Weg. Mich dem, was da ist hinzugeben, kostet Überwindung aber spürst du die Vibration? Diese unglaubliche Energie, die wir vorher mit aller Gewalt zurückgehalten haben? Genau diese Energie steht uns dann zur Verfügung – das zu ändern, was wir ändern wollen – wenn wir es denn noch ändern wollen…
      Alles Liebe
      Birgit

  5. Gisela Schellbach

    Ein sehr guter Denkanstoss,liebe Birgit,gerade in diesen schweren Tagen,2 Geschwister,Lebensgefähreten verloren,alte Mutter ins Altenheim,haben meine Schweter und ich mal ganz kräftig gelacht,es hat befreit,auf den tiefsten Kummer,mag ihn nicht benennen,werde ich es auch mal anwenden,liebe Grüsse gisela

    • Birgit

      Liebe Gisela,
      gerade in solchen Zeiten können wir uns die Frage stellen: „Wozu sage ich JA in meinem Leben?“ Denn das abzulehnen, was ist, schafft nur Leid.
      Alles Liebe
      Birgit

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